Schopfheim Bäume messen und Daten erheben

Hans-Jürgen Hege

Rund 1500 Hektar Waldfläche stehen derzeit im Mittelpunkt einer Inventur, die von der Stadt in Auftrag gegeben wurde, um eine solide Basis zu haben für die alle zehn Jahre fällige Aktualisierung und Fortschreibung der Forsteinrichtungsplanung.

Von Hans-Jürgen Hege

Schopfheim. Die Erhebung dient der Stadt als Grundlage „für eine sachkundige und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder“ und wird vom Regierungspräsidium Freiburg, Abteilung Forstdirektion, in Zusammenarbeit mit den Beamten des Forstbezirks beim Landratsamt Lörrach ausgearbeitet und dem Gemeinderat im Frühjahr 2024 zur Beratung und Entscheidung vorgelegt.

Begründet wird die umfassende Datenaufnahme im Stadtwald Schopfheim vom Forst mit dem Hinweis darauf, dass es „derzeit eine gewaltige Aufgabe“ sei, Wälder nachhaltig zu bewirtschaften und gleichzeitig an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen.“

Um diese Aufgabe möglichst zielgerichtet umsetzen zu können, seien gute und abgesicherte Grundlagendaten unerlässlich, betonte Forstbezirksleiter Bernhard Schirmer, der sich mit Markus Sihorsch (Forstdirektion) und dem städtischen Fachbereichsleiter Thomas Spohn vom Rathaus aus zu einer Exkursion in den Waldbereich aufmachte.

Datenerhebung

Die Datenerhebung erfolge auf Basis systematischer Stichproben als sogenannte „permanente Wiederholungsinventur“, erläuterten die Forstbeamten das Prozedere: In einem regelmäßigen Raster an Stichprobenpunkten werden vielfältige Daten aufgenommen. Diese Punkte sind identisch mit denen, die vor zwölf Jahren abgegangen wurden.

Dabei notiert das beauftragte Unternehmen „Forest Force Consulting“ (Duisburg) erneut Höhen und Durchmesser und erfasst alle markanten ökologischen Parameter. Damit könne man den Zuwachs an Einzelbäumen erkennen und auf den gesamten Stadtwald hochrechnen, versicherte Markus Sihorsch und betonte weiter: „Ziemlich exakt wird so deutlich, welche Nutzungen vorgenommen werden können und wie sich der Wald entwickelt.“

Qualitätssicherung

Außerdem könne man nach Auswertung der Daten Veränderungen in der Umwelt wie etwa Wildverbiss, Waldverjüngung oder Totholzausstattung nachweisen und so schließlich „ein umfassendes Nachhaltigkeitsmanagement vornehmen.“ Das wieder trage unterm Strich zum Erhalt der außergewöhnlichen Qualität des Schopfheimer Waldes bei, der immerhin die Hälfte der Fläche des Stadtgebietes ausmacht.

Stichproben

Die Kosten der Inventur, immerhin 38 200 Euro, übernimmt zu zwei Dritteln die Landesforstverwaltung, ein Drittel muss die Stadt berappen.

Gearbeitet wird im Jahr 2022 auf etwa 1500 Hektar Waldfläche an rund 725 Stichprobenpunkten im Raster von 200 mal 100 Meter.

Pro Stichprobenpunkt werden durchschnittlich 7,5 Bäume und 2,5 Baumhöhen vermessen. Das ergibt laut Bernhard Schirmer etwa 5440 Durchmesser- und 1810 Baumhöhen-Messungen.

Erfasst werden pro Baum die Art, Durchmesser in 1,3 Meter Höhe (Brusthöhe), Höhe insgesamt, Alter und abiotische Schäden wie zum Beispiel Kronenbruch sowie Schäden durch Holzerntemaßnahmen.

Außerdem werden an jedem Stichprobenpunkt die Lagekoordinaten, die Situation der nächsten Waldgeneration sowie ökologische Parameter wie Bodenvegetation, Habitatbäume und oberirdisches Totholz erfasst.

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