Schopfheim Bald wird auch am Samstag geliefert

Die Übergabe des Lieferdienstes „Essen auf Rädern“ vom AWO-Ortsverein an die Sozialstation ist perfekt.

Schopfheim. AWO-Vorsitzende Heidi Malnati wies beim offiziellen Akt in den Räumen der Sozialstation auf die wichtigsten Gründe hin, die zur gut überlegten Entscheidung und dem ausgearbeiteten Konzept der Übergabe von „Essen auf Rädern“ führte.

„Mittlerweile ist ’Essen auf Rädern’ ein Unternehmen, das nicht mehr mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu bewältigen war. Die gesamte Bürokratie und das Personalwesen nahmen Ausmaße an, die eine professionelle Abwicklung erforderten. Ein stetiges Wachstum war zu verzeichnen, und hinzu kam, dass viele pflegebedürftige Menschen, die anteilig von der Pflegekasse bezuschusst werden, zu unseren Kunden gehörten. Da die AWOkeine Zulassung für die Abrechnung hatte, wären diese Essenskunden weggefallen,“ erläuterte Heidi Malnati.

Außerdem habe die vollbeschäftigte, ehrenamtlich arbeitende Organisatorin Irmgard Sutter aufgrund des Alters ihre Tätigkeit beenden wollen. Heidi Malnati lag es am Herzen, die bisherige gute Essensversorgung weiterhin zu gewährleisten und den Schritt zur rechten Zeit zu vollziehen.

Für Ehrenamtliche nicht mehr zu leisten

Irmgard Sutter, während der letzten Jahre Leiterin des Dienstes, verwies auf die tragende Rolle der ehrenamtlich Tätigen bei der Einführung aller Dienste für die Bürger eines Staates. Dies ermögliche seit vielen Jahren eine stetige Verbesserung der Lebensumstände, sei es im Bereich der Familienhilfe, der Versorgung der Menschen mit Behinderung oder im Krankheitsfall.

„Viele Dienste mussten an professionelle Anbieter übergehen. Nämlich dann, wenn die Grenzen der Ehrenamtlichen erreicht war, oder die Freizeit der Menschen nicht mehr ausreichte, den jeweiligen Dienst zu versorgen.

’Essen auf Rädern’ ist so groß geworden, dass die Arbeit nur noch von hauptamtlichen Mitarbeitern erledigt werden konnte. Und so können alle froh sein, dass dieser wichtige Dienst für Senioren unter dem sicheren Dach der Sozialstation weitergeführt wird“, führte Sutter aus.

Georg Schenk bedankte sich im Namen der Sozialstation beim gesamten Vorstand des AWO-Ortsvereins, der es ermöglicht habe, den Lieferdienst an die Sozialstation zu übergeben, und für die mehr als 50-jährige Versorgung der Menschen zuhause mit warmem Essen sowie für die „Seelsorge“. Besonderer Dank galt Irmgard Sutter, die mit großem Einsatz für einen reibungslosen Übergang gesorgt hatte.

Die ersten Gespräche zwischen AWO und Sozialstation hatten bereits im Herbst 2018 stattgefunden. Zunächst strebte man eine Zusammenarbeit der beiden Partner beim Lieferdienst „Essen auf Rädern“ in einer gemeinsamen Gesellschaft an.

Sozialstation übernimmt alle AWO-Mitarbeiter

Da jedoch nur ein anerkannter Pflegedienst die Lieferung des Essens bei der Pflegekasse des jeweiligen Kunden abrechnen kann, wenn dieser eine Pflegeeinstufung hat, einigte man sich auf eine komplette Übergabe an die Sozialstation zum 1. Januar. Mit der Betriebsübergabe wurden alle Arbeitnehmer von der Sozialstation übernommen und werden nun tariflich entlohnt.

Das Essen wird täglich frisch mit Produkten aus der Region gekocht und von Montag bis Freitag zu den Menschen nach Hause gebracht.

Ab Mitte Februar soll es nach Angaben der Sozialstation auch eine Samstagsauslieferung geben. Der neue Träger verfolgt damit das Ziel, durch eine umfangreiche Versorgung der Menschen den Verbleib in ihrem Zuhause zu ermöglichen. Die Arbeit der Station wird getragen von den evangelischen Kirchengemeinden und der katholischen Seelsorgeeinheit im Mittleren und Kleinen Wiesental.

Der Vorstand der Sozialstation bedankte sich ausdrücklich auch bei der Stadt für die finanzielle Unterstützung des Lieferdienstes.

Pfarrer Martin Schmitthenner bat um den Segen für die Mitarbeiter des neuen Dienstes sowie für alle, die diesen in Anspruch nehmen.

Ernest Barnet dankte der AWO in Vertretung des Bürgermeisters für ihren ehrenamtlichen Einsatz für die Menschen in der Stadt sowie bei der Sozialstation für die Weiterführung des Dienstes.

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