Schopfheim Barockschanze attraktiver gemacht

Markgräfler Tagblatt, 14.03.2018 22:00 Uhr

Dem Förderverein Gerisbac Gersbach mangelte es auch im vergangenen Jahr nicht an Arbeit, sagte Vorsitzender Rolf Strohm eingangs der Mitgliederversammlung im Naturparkhotel „Mühle“.

Schopfheim-Gersbach. In der ersten Jahreshälfte seien an der Barockschanze umfangreiche Pflegearbeiten zu leisten gewesen, die man seit zehn Jahren im Rahmen eines mit der Stadt vereinbarten Pflegevertrags übernommen hatte. Aus personellen und finanziellen Gründen sei der aber nun an die Stadt- beziehungsweise die Ortsverwaltung zurückgegeben worden. Die Schanzenführer machen ihre Führungen deshalb ab diesem Jahr im Auftrag der Ortsverwaltung.

Rückblick: Die Barockschanze sei und bleibe ein wichtiger Bestandteil der heimatgeschichtlichen Aufarbeitung. Im vergangenen Jahr habe der Förderverein beispielsweise zwei Informationstafeln konzipiert, finanziert und an der Chartaque angebracht mit Infos zur Schanzenanlage, aber auch mit Hinweisen für interessierte Gäste zu dörflichen Einrichtungen wie dem Wald & Glas-Zentrum, dem historischen Dorfpfad oder dem Rinderlehrpfad.

Außerdem habe man den Auftritt der Feldkanzlei Liebenstein im Schanzenbereich unterstützt, als diese im Juni 2017 ein dreitägiges Lager aufschlug und die Bevölkerung zu einer „Zeitreise in die Barockzeit“ einlud.

Um das Interesse an Gruppenführungen zu stärken, sollen Busunternehmen, Schulen, Firmen und Vereine sowie die beiden örtlichen Freizeithäuser und die gastronomischen Betriebe auf die Führungen hingewiesen werden. Die Diskussion in der Gesellschaft um den Begriff Heimat und die damit eingehende Zuwendung zu heimatgeschichtlichen Themenbereichen könne hilfreich sein. Der Förderverein bietet weiter auch Führungen im Wald & Glas-Zentrum neben der Chäs-Chuchi Gersbach an, dessen Personal während der Öffnungszeiten auf Anfrage die Museumsräume öffnet und die Technik im Medienzentrum zuverlässig an- und abstellt, mit deren Hilfe die Besucher Filme abrufen können. Dass die Ortsverwaltung in den beiden Räumen eine LED-Beleuchtung installierte, die vollautomatisch über Bewegungsmelder gesteuert wird, wurde lobend hervorgehoben.

Finanzen: Horst Sutter legte der Mitgliederversammlung einen sorgfältig und detailreich aufgegliederten und von den Mitgliedern mit Beifall bedachten Rechnungsbericht vor. Revisor Günter Ühlin bestätigte eine einwandfreie Kassenführung.

Bei den turnusgemäß anstehenden Wahlen wurden Angelika Ächter als zweite Vorsitzende, Werner Koch und Ralf Ühlin als Beisitzer und Ute Strohm als Revisionsmitglied gewählt. Ernstfrieder Schmidt kandidierte zwar wegen Mehrbelastungen in anderen ehrenamtlichen Ämtern nicht wieder als Beisitzer, erklärte sich aber bereit, dem Verein weiterhin beiseite zu stehen.

Schopfheim-Gersbach. Ortsvorsteher Walter sprach bei der Hauptversammlung des Gerisbac-Vereins von einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Förderverein bei gemeinsamen Anliegen und will das Anliegen einer aktuell angedachten Umgestaltung und Neuausrichtung des Wald & Glas-Zentrums unterstützen, wo unter anderem auch an eine inhaltliche Erweiterung auf die Bereiche Waldbau und Geologie gedacht ist.

Damit, so Rolf Strohm, könne man einen noch umfassenderen Eindruck vom einstigen Leben in Gersbach vermitteln, zu dem neben der Herstellung von Holzkohle und Waldglas samt der einhergehenden Urbarmachung zu landwirtschaftlich zu bewirtschaftenden Flächen auch die Suche nach Erzen gehört.

Für die anstehenden vielfältigen Arbeiten konnte man Heimatforscher Werner Störk gewinnen, der bereits in früheren Jahren zum Entstehen der bestehenden musealen Gegebenheiten in Gersbach maßgeblich beigetragen hat und sich nun erneut gewohnt engagiert einbringen will.

Beim Förderverein wartet man im Übrigen auf eine Förderzusage des Naturparks Südlicher Schwarzwald zum Projekt Große-Tanne-Ring, der neben dem Wald & Glas-Zentrum eingehaust werden soll, um dort an die einst mächtigste Weißtanne Westeuropas zu erinnern und die Weißtanne als wichtigem Bestandteil des Gersbacher Plenterwalds zu würdigen.

Wenn die klimatischen und vegetativen Gegebenheiten es zulassen, wird Marlon Deiß in diesem Frühjahr nachforschen, ob am Wildensteinfelsen wie in einer Chronik vermerkt früher tatsächlich einmal ein Gebäude stand. Auf Anfrage erklärte sich Christian Walter bereit abzuklären, ob der vor Jahren bei Forstarbeiten ausgerissene historische Grenzstein inzwischen von der Forstverwaltung wieder ordnungsgemäß eingesetzt ist.