Schopfheim Fristlose Kündigung für Ekato-Betriebsräte

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Die IG Metall rief zur Solidaritätsaktion am Schopfheimer Standort auf. Foto: zVg

Von Anja Bertsch

Schopfheim -. Einen scharfen Konflikt zwischen Geschäftsführung und Arbeitnehmervertretern gibt es am Schopfheimer Standort des  Rührtechnikherstellers Ekato.  Das Unternehmen hat dem  Betriebsratsvorsitzenden und seiner Stellvertreterin    fristlos gekündigt.

Zur Begründung verweist das Unternehmen auf Vorkommnisse im Rahmen einer Betriebsversammlung am  vergangenen Donnerstag;  die Gewerkschaft IG Metall und die von der Kündigung Betroffenen  indes sehen den Schritt in Zusammenhang mit einem   seit längerem schwelenden Konflikt zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat. 

Unternehmen spricht von Vertrauensbruch

Zu den akuten Geschehnissen: Die Betriebsratsvorsitzenden sollen Teile der hybriden (digital und in  Präsenz durchgeführten)  Betriebsversammlung auf Handy aufgezeichnet haben.  Die Geschäftsführung sieht darin einen „schwerwiegenden Verstoß gegen das Betriebsverfassungsgesetz sowie die Datenschutz-Grundverordnung“.

Angesichts dieser  „Verletzung der Betriebsratspflichten“ und des „Vertrauensbruchs in der Zusammenarbeit mit den Betriebsratsvorsitzenden“ sehe man sich „gezwungen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, auch,  um den Betriebsfrieden nicht zu gefährden“, teilt das Unternehmen mit.

Gewerkschaft sieht  rote Linie überschritten

In den Augen der Gewerkschaft    IG Metall  hingegen ist die Reaktion in dieser Schärfe   völlig überzogen und erkläre sich kaum aus dem akut angeführten Anlass, sondern  viel eher als Eskalation eines bereits länger schwelenden Konflikts.  Die nun ausgesprochene Kündigung sei nicht der erste Angriff gegen Arbeitnehmerrechte   bei der Ekato.  „Aber dieser überschreitet eindeutig die dicke rote Haltelinie“, erklärt Gewerkschaftssekretär Thomas Bittner und verweist auf die Tragweite einer solch fristlosen Kündigung: „Die Betroffenen und ihre Familien werden in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht.“

 „Wir als IG Metall stehen geschlossen hinter den zwei Betroffenen“, heißt es in einer Mitteilung.    Auch der Betriebsrat habe sich positioniert und den außerordentlichen Kündigungen nicht zugestimmt.

Um die Kündigung dennoch durchzusetzen, müsste das Unternehmen vor das Arbeitsgericht ziehen. Aktuell gehen die beiden weiterhin ihrer Tätigkeit nach.

Die Betriebsratsvorsitzenden  räumen den Mitschnitt ein,   betonen aber gleichzeitig, dass dieser ausschließlich als Gedankenstütze für eine spätere Verschriftlichung für die eigenen Zwecke gedacht gewesen sei.

Ein Teil der Belegschaft hat sich   im Rahmen einer Solidaritätsaktion hinter die Betroffenen gestellt: Über 200 der etwa 600 Beschäftigten  setzten ihre Unterschrift unter ein scharf formuliertes Protestschreiben unter dem  Titel   „Finger weg von unserem Betriebsrat.“  

Auch Pfarrer Latzel von der Katholischen Seelsorgeeinheit Wiesental und Tobias Roming von der Arbeitnehmerseelsorge der Erzdiözese Freiburg stellten  sich bei der Aktion  hinter die Betroffenen.

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