Schopfheim Brillanter Gesang und gravitätische Orgel

Überzeugten mit Professionalität beim Adventskonzert (von links): Sängerin Veronika Lutz, Kantor Andreas Mölder und Sprecherin Doro Wolfsberger. Foto: Ines Bode Foto: Markgräfler Tagblatt

Schopfheim (ib). Einer darf wohl bei keinem Adventskonzert fehlen: Johann Sebastian Bach, dessen Oratorium auf die „Heilige Weyhnacht“ als die geistliche Weihnachtsmusik schlechthin gilt. Folglich eröffnete dieses Stück auch das sehr gut besuchte Konzert in der St. Bernhard-Kirche am ersten Adventssonntag.

Begrüßt wurde die Zuhörerschaft von der Empore herab mit gravitätischem Orgelklang und glasklarem Sopran, zuzuordnen Titeln des ersten Satzes des Weihnachtsoratoriums „Nun wird mein liebster Bräutigam“ und „Bereite dich, Zion“.

Auch Kantor Andreas Möldner ließ dem Rezitativ die Alt-Arie folgen, glanzvoll interpretiert von Veronika Lutz. Mit ihrer sprichwörtlich „ausgezeichneten“ Singstimme bedient sie den Sopran wie den Alt und verlieh dem Teil ihres Repertoires mal sensibel, mal ausdrucksstark Charakter.

Im harmonischen Wechsel, mit und ohne Gesang, nahmen sich Organist und Sängerin weiterer Bach-Kompositionen an. Der Schwerpunkt lag auf seinen „Schübler Chorälen“, darunter ein tempo-freudiges wie majestätisches „Wachet auf ...“, ein echter Hit unter Kennern geistlicher Musik, vom Meister an den Tasten mit Enthusiasmus gespielt.

Der Hall der vor exakt 40 Jahren erneuerten Orgel trug wesentlich zum Hörgenuss der überwiegend barocken Klänge bei. Speziell ihr nostalgischer Tenor führte mitten hinein in die schönste Zeit des Jahres, die es trefflich versteht, die emotionale menschliche Saite zum Klingen zu bringen. So bei der Arie „Öffne dich ...“ mit typischer barocker Bach-Signatur, die Lutz kraftvoll zum Strahlen brachte.

Im warmen Tieftonfundament versank indes der Kantor bei seiner Version von „Meine Seele ...“, der sich als Pendant ein sanftes französisches Weihnachtsoratorium anschloss. Hohe Fingerfertigkeit Mölders umgab das letzte Bach-Stück „Kommst du nun ...“, um zu Bartholdys zartem „Sei stille ...“ zu schwenken. Hier wie beim Noël-Oratorio brillierte die Sängerin hinsichtlich Dynamik. Mit der facettenreichen Telemann-Kantate „Mein Glaube ...“ nahte ein nächster abwechslungsreicher Glanzpunkt.

Dritte im Bunde war Sprechkünstlerin Doro Wolfsberger im Altarraum. Ihr oblag, den Verlauf mit Versen und Geschichten zu spicken, die Weihnacht und Winter thematisierten. Den roten Faden bildete „Winterliches Chaos“ von Rosendorfer, bekannt als feinsinniger Inszenator.

Auch der Abend selbst zeugte von durchdachter Regie, die auf kollektives Einstimmen beim Schlusslied „Tochter Zion“ hoffte – ein Wunsch, den das erfreute Publikum nur zu gern erfüllte.

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