Schopfheim Bühne wieder frei im „Wohnzimmer“

Schopfheim - Rampenlicht an: Auf der Bühne im Museumskeller kann es wieder losgehen. Nach viermonatiger Bauzeit ist die Treppe für den zweiten Fluchtweg fertig – in 14 Tagen findet die feierliche Wiedereinweihung des Veranstaltungsorts für Theater und Kleinkunst statt.

Darüber freut sich vor allem der Verein „Kunst im Museumskeller“ (KiM), der sich für den Erhalt des Spielorts stark gemacht hat. „Wir sind froh, dass wir unser Wohnzimmer wieder haben“, erklärte Gerhard Abt gestern bei einem Ortstermin und sprach seinen Mitstreitern damit aus der Seele.

Vorgeschichte

Vor drei Jahren musste die Stadt den Keller aus Brandschutzgründen für Veranstaltungen sperren. Die Behörden verlangten einen zweiten Fluchtweg. Weil die Kosten für eine Fluchttreppe nach ersten Schätzung sehr hoch waren, stand eine Zeit lang die endgültige Schließung des Museumskellers im Raum.

Da trat eine Bürgerinitiative auf den Plan, legte eine eigene Machbarkeitsstudie für den zweiten Fluchtweg auf den Tisch und erreichte nach etlichen Gesprächen mit Verwaltung und Gemeinderat, dass die Stadt den zweiten Fluchtweg in Auftrag gab.

Spielort bewahren

„Wir haben alles getan, dass der Museumskeller bespielbar bleibt“, betonte KiM-Vorsitzende Marianne Tittel und zeigte sich erleichtert, dass am Ende „der politische Wille zum Erhalt“ ausschlaggebend war.

„Unser Antrieb war, den Raum mitten in der Altstadt als Spielort zu bewahren“, freute sich auch Claudia Leppert über eine „breite Resonanz“ bei Künstlern und bei der Bevölkerung.

Bürgermeister Dirk Harscher begrüßte, dass es im „Herzen der Stadt“ weiterhin einen Ort für Kunst geben wird. „Das ist eine Bereicherung für Schopfheim“, zeigte er sich froh über die Realisierung des zweiten Fluchtwegs sowie über den Einsatz von KiM. Das Stadtoberhaupt merkte an, dass man sich den Museumskeller selbst auch einmal anschauen müsse, um dort mehr „Flair, Wärme und Atmosphäre reinzubringen“.

Auch die technische Ausstattung könnte eine Auffrischung vertragen, ergänzte Marianne Tittel. Sie kündigte an, dass es Überlegungen gebe, im Museumskeller künftig auch ein „Jugendtheater“ zu etablieren und den Platz zwischen Museum und Alter Kirche für Veranstaltungen unter freiem Himmel zu nutzen.

Heimspiel für Spielbühne

Hauptsache aber, die Bühne ist endlich wieder frei: Zur Wiedereröffnung des Museumskellers als „Raum für Kunst, Kultur und Begegnung“ plant KiM am letzten Juli-Wochenende ein dreitägiges Fest. Am Freitag, 26. Juli, und am Sonntag, 28. Juli, jeweils um 20 Uhr führt die Spielbühne nach dreijährigem Exil zum ersten Mal wieder ein Stück im Museumskeller auf: „Biographie“ von Max Frisch. Es sind zwei Benefizvorstellungen, deren Erlös dem Verein KiM zugute kommt.

Einweihungsfeier

Am Samstag, 27. Juli, findet um 15.30 Uhr die offizielle Einweihung statt. Ab 16.30 Uhr treten regionale Künstler auf: Reinhold Fetscher, Christa Hoheisel, Nina Homolka, Markus Manfred Jung, Steffi Lais, die „Liebestöter“, das Ensemble Tepui, Reinhard Seiberlich, das „Theater in den Bergen“ sowie die Musiker Hary de Ville und Mark Wise.

Der Eintritt ist frei, die Künstler verzichten auf eine Gage.

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