Schopfheim Bürgermeister Harscher: „Wir verzögern nichts“

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Blechlawinen haben nach Überzeugung des Gemeinderats nichts mehr in der Innenstadt verloren.Beispielbild: Pixabay Quelle: Unbekannt

Schopfheim (ma). Jetzt soll es zügig vorangehen: Acht bis zehn Verkehrsinseln zwischen „Adler“-Kreisel und Adolf-Müller-Straße sollen zur von den Stadträten heiß herbeigewünschten Verkehrsberuhigung im Zentrum sorgen. Das kündigte Bürgermeister Dirk Harscher bei der Gemeinderatssitzung an. Das Ziel: Die Durchfahrt in der Hauptstraße soll erschwert, die Aufenthaltsqualität für Fußgänger attraktiver gemacht, der Fahrzeugverkehr verringert und die Identität mit der Stadt gesteigert werden.

Denn: Zahlen hätten ergeben, dass es sich bei 70 Prozent des motorisierten Verkehrs um Durchfahrten handele. Mit einem Fest zur Blühsaison im Frühling nächsten Jahres sollen die Verkehrsinseln „eingeweiht“ werden.

Bürgermeister Harscher kündigte an, dass es sich bei den „Inseln“ um verrückbare Module handeln werde; sechs davon könnten mit integrierten Fahrradständern geliefert werden. Die Fahrbahnbreite sei mit 3,81 Meter zulässig, die Feuerwehr komme vorbei. Einige Parkplätze würden entfallen, es werde mehr Freiraum geschaffen. Das Ganze bedeute auch ein Plus für Geschäfte, so Harscher. Das Ausweichen der Fahrzeuge solle durch das Aufstellen von Pflanzkübeln des Gewerbevereins verhindert werden. Dem Gemeinderat würden in der September-Sitzung drei Varianten mit unterschiedlichen Kosten präsentiert; zunächst aber müsse der Arbeitskreis (AK) Innenstadt darüber beraten. „Wir verzögern nichts“, betonte Harscher.

Ist der Fahrzeugverkehr einmal reduziert, soll das von dem meisten Stadträten gewünschte Tempo 7 eingeführt werden. Die Verkehrsinseln bedeuten somit die Schaffung rechtlicher Voraussetzungen für weiterführende Verkehrsberuhigungsmaßnahmen. Das Gremium befürwortete mehrheitlich den gemeinsamen Antrag von Grünen und SPD, die der Stadtverwaltung Stillstand bei der Umsetzung von Schritttempo vorgeworfen hatten.

Nach Forderung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Peter Ulrich zeigte sich die Stadtverwaltung sogar bereit, das Datum für die Umsetzung der Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung zu terminieren. So sollen diese bis zum 1. April 2023 realisiert sein. Außerdem beschloss das Gremium, dass der Bürgermeister den Gemeinderat stets über den Verlauf informiert, die Angelegenheit im Rathaus als Chefsache angesehen wird.

Felix Straub (Grüne) ging das trotzdem nicht schnell genug, zumal seine Fraktion und die SPD auf September diesen Jahres zur Einführung von Tempo 7 gedrängt hatten. Hildegard Pfeifer-Zäh (Freie Wähler) warf ein, alle Stadträte wollten Tempo 7, und es gehe tatsächlich zu langsam. Doch nun gehe es darum, alles gründlich und rechtssicher vorzubereiten und zu schauen, was die Verkehrsinseln bewirken; der AK Innenstadt müsse nun schnell zusammenkommen.

Bedenken äußerte indes Unabhängigen-Stadtrat Andreas Kiefer. Er warnte vor einer Verlagerung des Verkehrs auf andere Straßen und wies auf den erneuten Verlust von Parkplätzen in der Innenstadt hin.

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