Schopfheim Corona-Fall in Kita-Notgruppe

Atemschutzmasken werden dringend gebraucht – Bürgermeister Harscher hat hier vermittelt, sodass sich Heime Gesichtsmasken beschaffen können.                                                                                                          Foto: Archiv / zVg

Schopfheim - Es hört nicht auf: In der Kindergarten-Notgruppe in Langenau ist ein Corona-Fall aufgetreten. Die Gruppe mit zehn Kindern ist ab Donnerstag geschlossen, die Kinder müssen zuhause bleiben. Dies teilte Bürgermeister Harscher gestern bei einem Pressegespräch mit, das im Rathaus stattfand, nachdem der Verwaltungsstab getagt hatte.

Dirk Harscher praktiziert auch in Corona-Zeiten Transparenz. „Wir wollen das offen kommunizieren.“ Harscher machte indes deutlich, dass die Schließung der Notgruppe nur ­vorübergehend sei. „Die Schließung dauert bis zum 20. April, dann wird die Gruppe wieder eröffnet.“ Fachgruppenleiter Patrik Bender informierte, den Corona-Fall habe es im Mitarbeiterstab der Langenauer Notgruppe gegeben.

Die betreffende Person sei aber schon seit dem 20. März krank gemeldet. Seitdem habe sie keinen Kontakt mehr zu Kindern und Eltern gehabt. Der Virustest habe erst einige Zeit nach diesem Datum stattgefunden, dabei sei die Person positiv getestet worden. In der Notgruppe werden Kinder betreut, deren Eltern in systemrelevanten Berufen tätig sind, zum Beispiel im Medizin- oder Pflegebereich. Die Eltern seien informiert, so Bürgermeister Harscher.

Eine weitere Person aus dem Mitarbeiterkreis in Langenau zeige ebenfalls Symptome, das Ergebnis des Tests stehe aber noch aus. Eine weitere Person aus dem Mitarbeiterstab, die bis gestern keine Symptome hatte, befinde sich vorsorglich in Quarantäne. „Den Kindern geht es allen gut“, hatte Dirk Harscher auch gute Nachrichten zu verkünden.

Es handele sich bei der ­vorübergehenden Schließung der Notgruppe um eine Vorsichtsmaßnahme – der Ursprungsfall vom 20. März sei schon lange ausgestanden. Die jetzige Schließung diene dem Schutz auch der Eltern, die in systemrelevanten Einrichtungen arbeiten.

Das Ganze sei detailliert mit dem Gesundheitsamt abgesprochen, machte Bürgermeister Harscher deutlich. Die Quarantänezeit umfasse die laufende sowie die kommende Woche – danach werde die Notgruppe wieder öffnen.

Mit Stand am gestrigen Mittwoch gab es in Schopfheim 41 amtlich registrierte Corona-Infizierte, teilte Bürgermeister Harscher ferner mit. Rund 100 Menschen befänden sich in häuslicher Isolation. In Anbetracht der bevorstehenden Osterfeiertage und der vorhergesagten warmen, sonnigen Tage warnt der Bürgermeister indes davor, nachlässig bei den Schutzmaßnahmen zu werden.

Eindringlich appelliert Harscher an die Bevölkerung, bei der zu erwartenden höheren Frequenz auf dem Wochenmarkt am Samstag die Abstände einzuhalten, sowohl bei den Warteschlangen als auch im „Begegnungsverkehr“.

Die Stadt werde ihrerseits die Stände noch weiter ­auseinanderstellen lassen. Es sei wichtig, den Markt auch weiterhin stattfinden zu lassen, da das Einkaufen unter freiem Himmel angenehmer sei, so Harscher. Außerdem sei der Wochenmarkt wichtig für die Landwirte.

Die Menschen sollten darüber hinaus den Aufenthalt auf oder an öffentlichen Plätzen weiterhin einschränken. Größere Familienzusammenkünfte sollten auch zu Ostern nicht stattfinden, der Kampf gegen Corona habe Vorrang. Grillplätze dürften nicht aufgesucht werden.

„Es müssen alle mitmachen, wir treten jetzt in eine wichtige Phase ein“, sagte Harscher. Die Bürger sollten jetzt nicht fahrlässig handeln, sonst seien alle bisherigen Maßnahmen „umsonst“ gewesen. Es gelte, jetzt auch über die Osterfeiertage durchzuhalten, „so schwer dies einem bei dem schönen Wetter auch fällt“.

Was die Fortführung der Kommunalpolitik angeht, so erläuterte Harscher, werde dies im April per elektronischem Umlaufverfahren geschehen. Im Mai soll in der Stadthalle eine Gemeinderatssitzung stattfinden.

Bürgermeister Harscher hat sich indessen als erfolgreicher Vermittler bei der Besorgung von Atemschutzmasken erwiesen – die Masken sollen an das Georg-Reinhardt-Haus und das Seniorenhaus gehen. Vermitteln konnte er auch einen Kontakt, über den Desinfektionsmittel bezogen werden können.

Man müsse hierbei sehr aufpassen, so Harscher, da es auch betrügerische Angebote gibt.

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