Schopfheim „Das Paradies auf Erden“

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Nach zwei Jahren erzwungener Coronapause treffen sich zum 32. Mal die Freunde literarischer Mundart-Dichtung in der Region. Die „Internationale Schopfheimer Mund-Art Literatur-Werkstatt“ findet vom 8. bis 10. April wieder im gewohnten Rahmen statt.

Schopfheim. Es wird eine „äußerst spannende Mischung von Dialekten zu hören sein, wenn zum Beispiel der elsässische Liedermacher Daniel Muringer mit seinem urwüchsigen Alemannisch auf die junge Hotzenwälderin mit indischen Wurzeln, Sandhya Hasswani, trifft, oder die Vorarlberger Österreicherin Astrid Marte auf den Nordbadener Thomas Liebscher mit seinem südfränkischen ’Badisch’ oder den Innerschweizer Schauspieler und Autor Hanspeter Müller-Drossaart“, so die Veranstalter.

Folgende Mundartautorinnen und –autoren sind diesmal dabei:

Sandhya Hasswani wurde 1987 in Bad Säckingen geboren und lebt mit ihrer Familie auf dem Hotzenwald, wo sie auch aufgewachsen ist. Nach dem Abitur absolvierte sie ein journalistisches Studium und belegte zudem eine Zusatzausbildung in Kreativem Schreiben. Seit 2014 ist sie journalistisch tätig für zwei Tageszeitungen. Auszeichnungen für ihr literarisches Schaffen erhielt sie unter anderem 2013 von der Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg für ihren Beitrag „Jugend auf dem Land“, beim Gerhard-Jung-Wettbewerb „Junge Mundart“ der Stadt Zell, 2015 in der Sparte Lyrik und 2018 in der Sparte szenisches Spiel.

Astrid Marte , geboren 1958 in Satteins in Vorarlberg, ist Volksschullehrerin. Sie schreibt Lyrik und Kurzprosa in Schriftdeutsch und alemannischer Mundart. Für sie bedeutet Schreiben Kreativität, Lebensbewältigung und Mitteilung. Die Lyrik ist dabei ihr „Liebkind“, weil sie gerne singt. Gedichte sind für sie singbare Texte. Mit knappen, „ver-dichteten“ Worten kann sie Bilder malen, einen Rhythmus finden, eine Stimmung schaffen, in welcher der Leser mit ihr nachdenken, lieben, lachen, weinen oder toben kann. Für ihr Lyrikschaffen wurde sie schon mehrfach ausgezeichnet. Sie ist verwitwet, hat drei Kinder und sechs Enkelkinder. www.idi-dialekt.at.

Thomas Liebscher , geboren 1961 in Bruchsal, hat „Dialekt gschwätzt“ im vorderen Kraichgau. Nach dem Abitur studierte er Germanistik und Politikwissenschaft, spielte Theater und trat als Kabarettist auf. Er ist Redakteur bei der Tageszeitung Badische Neueste Nachrichten (BNN) in Karlsruhe, verantwortlich für Porträts, Kultur und Sport. Seit 2019 schreibt er in der Lokalredaktion Bruchsal. Inzwischen liegen von ihm einige Mundart-Gedichtbände vor, zuletzt, „S isch immer ebbes, awwer net wie’s sei soll“ (2005) und „Alderle!“ (2011). Er erhielt zwischen 1994 und 2002 mehrfach einen nordbadischen Mundartpreis für Lyrik, den Pamina-Kulturpreis Baden (2003) und einen Preis für die beste Neuerscheinung beim pfälzischen Mundartdichterwettstreit in Bockenheim.

Hanspeter Müller-Drossaart wuchs als gebürtiger Obwaldner mit Nidwaldner Mutter in Uri auf, wurde nach der Maturität an der Schauspiel-Akademie Zürich zum Schauspieler und Theaterpädagogen ausgebildet und war mehrere Jahre am Theater am Neumarkt, am Schauspielhaus Zürich und am Wiener Burgtheater tätig. Er ist durch seine markanten Auftritte in TV- und Film-Produktionen sowie durch seine Tätigkeit als Vorleser und Hörspielsprecher bei Radio und Fernsehen (Literaturclub) einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Mit dem Musical Dällenbach Kari der Thunerseespiele feierte Müller-Drossaart in der Titelrolle große Erfolge. Seit 2014 ist er regelmäßig in der TV-Reihe Bozen-Krimi zu sehen.

Neben der Gestaltung der Hauptrolle erweiterte und bearbeitete er im Sommer 2018 die Spielvorlage der Freilicht-Inszenierung Steibruch am Landschaftstheater Ballenberg. www.hanspeter-mueller-drossaart.com.

Daniel Muringer kam 1953 in Mulhouse im Elsass zur Welt. Er hat einen universitären Masterabschluss in Englisch. Von Kind an war er begeistert von Musik, und er lernte viele Instrumente zu spielen, darunter Geige, Gitarre, die Duett-Konzertina, eine Vorläuferin des Akkordeon, oder die Mandola. Bekannt wurde er vor allem als Mitglied der Gruppe „Geranium“, der er seit ihrer Gründung im Jahr 1975 angehört.

Die Gruppe beschäftigt sich bis heute vor allem mit elsässischen Volksliedern. Sie hat durch ihr Sammeln und Vortragen dazu beigetragen, die traditionellen elsässischen Lieder am Leben zu erhalten und wieder bekannt zu machen. Seit 1981 hat Daniel Muringer zahlreiche Bühnen-und Theatermusiken geschrieben.

Markus Manfred Jung , geboren 1954 in Zell im Wiesental, aufgewachsen in Lörrach, studierte Germanistik, Skandinavistik, Philosophie und Sport in Freiburg/Breisgau und Oslo/Norwegen. Er schreibt Prosa, Lyrik, Theaterstücke und Hörspiele in Hochdeutsch und alemannischer Mundart. Er war Lehrer am Theodor-Heuss-Gymnasium in Schopfheim, ist Schriftsteller und lebt mit der Malerin Bettina Bohn in Hohenegg, Kleines Wiesental. Mit ihr zusammen gab er den Bild-Gedichtband „Schluchten von Licht“ heraus. Zuletzt erschienen „Ankommen in Laufenburg“, Texte, die er als 1. Burgschreiber zu Laufenburg geschrieben hat. Außerdem schuf er alemannische Nachdichtungen für die Kinderbücher wie „Max & Moritz“ Er begründete 1989 mit Thomas Burth die „Internationale Schopfheimer Mund-Art Literatur-Werkstatt“. www.markusmanfredjung.de.

Volker Habermaier , Schulleiter des Georg-Büchner-Gymnasiums in Rheinfelden, Präsident des „Hebelbund Lörrach“, ist seit 17 Jahren Moderator der Literatur-Werkstatt und der Mund-Art-Veranstaltungen. Der aus dem Schwabenland stammende Germanist und Historiker publiziert wissenschaftliche Aufsätze zu literarischen, historischen und musikalischen Themen. Er lebt mit seiner Familie in Schopfheim-Kürnberg.

Eine erste öffentliche Lesung ist am Freitag, 8. April, 20 Uhr, im Stapflehus in Altweil. Nach der Werkstattarbeit in der Stadtbibliothek Schopfheim am Samstag zum Thema „Das Paradies auf Erden“ und dem Empfang im Rathaus ist um 20 Uhr der Auftritt in St. Agathe in Fahrnau.

Ebenso treten die Autorinnen und Autoren wieder am Sonntag, 11 Uhr, in der Bibliothek der „Allgemeinen Lesegesellschaft Basel“ auf.

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