Schopfheim Das World Wide Web im Kinderzimmer

Medienkompetenz vermittelten die Referenten den Eltern der Fünft- bis Zehntklässler. Foto: zVg

Schopfheim - Zum jährlich stattfindenden Präventions-Elternabend „Neue Medien“ für die Klassen fünf bis zehn am THG begrüßte Präventionslehrerin Ingeborg Pallaske Oberkommissar Frank Stratz vom Polizeipräsidium Freiburg und Daniel Ott, Gesundheitspädagoge bei der Villa Schöpflin in Lörrach.

Dass man die rechtlichen Seiten des Surfens im Internet auch auf kurzweilige Weise beleuchten kann, bewies Frank Stratz, der als Vertreter der Polizei besonders auf die Fallstricke und einschlägigen Paragrafen einging, die Datenschutz und Urheberrecht, aber auch Persönlichkeitsrechte betreffen. Stratz bezog die zahlreich erschienenen Eltern durch Fragen in seine Ausführungen mit ein, erklärte sehr anschaulich den Unterschied zwischen strafrechtlich und zivilrechtlich relevantem (Fehl)-Verhalten und stellte dabei beispielsweise die Aussage „Eltern haften für ihre Kinder“ (Zivilrecht) auf den Prüfstand.

Den meisten Eltern ist klar, dass Kinder vor ihrem 14. Lebensjahr nicht strafmündig sind, aber kaum jemand weiß, dass Kinder bereits ab dem siebten Lebensjahr zivilrechtlich belangt werden können – wenn es etwa um Schadensersatz geht. Hier haften Eltern eben nicht in jedem Fall für ihre Kinder – und zivilrechtliche Forderungen an den „Täter“ sind 30 Jahre gültig.

Ein Beispiel: Werden Videos mit pornografischem oder gewaltverherrlichendem Inhalt von Schülern verschickt (eine Straftat), so droht diesem Schüler keine strafrechtliche Verfolgung wenn er jünger als 14 Jahre ist. Löst das Anschauen dieses Materials jedoch bei Mitschülern gesundheitliche Probleme aus, die womöglich eine langwierige Behandlung erfordern, so kann es sein, dass sich die Krankenkasse an den Verursacher dieser Probleme wendet und eine Kostenbeteiligung fordert (Zivilrecht, Altersgrenze sieben Jahre).

Wer als „Youtuber“ eigene Videos ins Netz stellt, sollte darauf achten, dass im Hintergrund keine kommerzielle Musik läuft – denn für jeden Klick auf dieses Video werden sonst Gema-Gebühren fällig.

Daniel Ott informierte in seinem Vortrag „Smartphone, Konsole, Tablet und Co. – informierte Eltern wissen mehr“ unter anderem über die neuesten Trends bei Computerspielen und die Faszination, die diese auf Kinder und Jugendliche ausüben. Diese Spiele seien stets so angelegt, dass die Spieler zunächst relativ einfach Erfolg haben und weiterkommen und so in das Spiel „hineingezogen“ würden, bis sie schließlich – um die nächsten Level zu erreichen – bereit seien, ihr ganzen Taschengeld dafür einzusetzen.

Angebliche Geschenke seien nichts weiter als „Lock-Angebote“, die in der Folge um so mehr Gewinne für die Hersteller generierten. Eltern sollten sich von ihren Kindern die Spiele erklären lassen, um im Gespräch zu bleiben und informiert zu sein. Eine problematische Mediennutzung könne dann auch schneller erkannt und mit den Jugendlichen thematisiert werden.

Smartphones sollten über Nacht nicht im Kinderzimmer bleiben, allein schon um den Kindern eine Ruhephase ohne WhatsApp & Co zu ermöglichen.

Denn „Erziehung ist Aufgabe der Eltern“, wie Daniel Ott klarstellte. Tipps für Eltern: eine kostenlose Drittanbietersperre (kann beim Provider eingerichtet werden) schützt vor Abo-Fallen und ähnlichem.

  • Hier gibt's Infos und Angebote zum Thema Mediennutzung (zum Beispiel ein „mobiles Eltern-Medien-Café“).

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