Schopfheim Das Zuhören war ein purer Genuss

Gudrun Gehr

Vorsitzender Benjamin Brenzinger freute sich, den Musikverein Fahrnau nach fast zweieinhalb Jahren Zwangspause zum Neustart wieder in der evangelischen Stadtkirche präsentieren zu dürfen.

Von Gudrun Gehr

Schopfheim - Die Musiker und ihre Dirigentin Céline Pellmont hatten seit sechs Wochen intensiv Mühe und Zeit aufgewendet, um das neue Programm einzuüben. Céline Pellmont selbst ist studierte Flötistin und hat internationale Berufserfahrung. Sie steht für den Musikverein Fahrnau seit September 2019 am Dirigentenpult. Es war ihr zweites Konzert mit den Fahrnauern. Zuletzt war die Dirigentin mit dem Musikverein im November 2019 in der Stadtkirche bei einem eindrucksvollen Konzert zu hören.

Im Pressegespräch meinte Vorsitzender Brenzinger: „Wir hatten den Plan für dieses Konzert nie aus den Augen verloren. Endlich hatten wir nach der Terminfindung wieder ein Ziel.“ Sämtliche Musiker blieben dem Orchester über die kritische Zeit erhalten.

Einstimmung zum Konzert beim kühlen Apero

Vor dem Konzert trafen sich die Besucher in der Gluthitze am Sonntag im angenehmen Schatten der Bäume auf dem Kirchhof und wurden dort mit Apéros und einem kleinen Happen verwöhnt. Dass die rund 40 Fahrnauer Blasmusiker unverändert auf ihre Anhänger zählen können, zeigte der Besuch von rund 150 Gästen in der kühlen Stadtkirche.

Benjamin Brenzinger begrüßte die Besucher: „Wir hatten in den letzten zwei Jahren viele Pläne und Ideen, alles wurde durch die Pandemie wieder zunichte gemacht. Umso mehr freuen wir uns, dass wir hier eine Bühne haben und spielen dürfen.“

Durch das Programm des ersten Konzertteiles führte Jannik Bender: „Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die abwechslungsreiche Musik.“ Die Moderation des zweiten Teiles übernahm Gerald Blüss.

Hohe musikalische Ansprüche

Den Auftakt zum Galakonzert bildete „Cortege de Bacchus“ von Leo Delibes in einer Bearbeitung von Wil van der Beek. Für die Besucher war dies ein Vorgeschmack auf ein höchst anspruchsvolles Blasmusikkonzert in der beeindruckenden Akustik der Kirche. Dem Stück aus dem Ballett Sylvia, vertont mit einem fulminanten Aufspiel, folgte das extatische Gefolge des Weingottes Bacchus.

„Adagio for Strings“ von Samuel Barber, als Titelmelodie bekannt von dem Hollywood-Vietnam-Drama „Platoon“ von 1986, zeigte sich getragen und emotional intensiv. Die Melodie wurde von der BBC als „traurigstes klassisches Stück“ bezeichnet, diente als Begleitmelodie bei den Beerdigungen von F.J.Kennedy und Albert Einstein. Die Besucher lauschten gebannt der spannenden Artikulation und den einzelnen Soli.

Vor der Halbzeitpause im schattigen Kirchhof präsentierte sich das Orchester mit einem besonderen Ohrenschmaus. Drei Teile von „Old Romances“ von Franco Cesarini begeisterten die Gäste. Darunter befindet sich ein Satz, der typisch ist für die Romanzen von fahrenden Völkern, die noch bis heute gespielt werden. Besonders eindrucksvoll zeigten sich die konzertanten Einwürfe des Flötenregisters und der sehnsuchtsvollen Melodien der Saxophone.

Nach der Pause präsentierte Dirigentin Pellmont eines der Glanzlichter des Konzertes mit „Song of Hope“ von Peter Meechan. Gänsehaut garantierte das brillant vorgetragene Trompetensolo von Benjamin Brenzinger, Volker Ewert und Adrian Vogt, das die Gäste mit spontanem Szenenapplaus honorierten.

Das musikalische Programm endete mit den dramatischen und aufregenden Sätzen aus dem Soundtrack des Kinohits „Suite from The Greatest Showman“ über P.T. Barnum, den Begründer des modernen Showbusiness und Zirkus.

Natürlich entließ das Publikum das Orchester nicht ohne mehrere Zugaben und bedankte sich mit langem Beifall für die außerordentliche Leistung des Orchesters.

Vorsitzender Brenzinger ergriff das Wort zum Abschied: „Das Konzert soll ein Dankeschön sein für alle Freunde und Unterstützer des Vereins.“ Sein Dank galt auch den großzügigen Spenden der letzten zwei Jahre, die den Verein stark unterstützten.

Pläne für ein weiteres Konzert

Brenzinger berichtete im Pressegespräch, dass es bereits Pläne für ein weiteres Konzert gibt. Am 26. November präsentiert sich der Musikverein in der Stadthalle mit einer Auftragskomposition des Niederländers Hardy Mertens. Das Stück hat den Titel „Das Glasmännlein“, das im Märchen „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff auftritt. Mit dem Komponisten haben die Musiker ihre Wünsche und Vorstellungen an das Stück online erarbeitet.

Eine angenehme Aufgabe wartete auf Vorsitzenden Brenzinger und seinen Stellvertreter Patrik Bender: Sie nahmen eine Ehrung für 60 Jahre aktives Musizieren für den Bassklarinettisten Wolfgang Philipp vor.

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