Schopfheim Den „hässlichen Verkehr“ stoppen

Von Werner Müller

„Wir müssen jetzt Dampf machen“: Der Bürgerinitiative für eine „attraktive verkehrsfreie Innenstadt“ geht es mit der Entschleunigung des Verkehrs in der Hauptstraße zu langsam.

Schopfheim (wm). „Seit 2012 liegen die Pläne in der Schublade, seitdem haben wir uns keinen Millimeter bewegt“, ärgert sich Uwe Gerber von der BI und drückt gemeinsam mit Andreas Blum anlässlich eines Pressegespräches aufs Gas.

Nach mehreren Treffen mit dem Gewerbeverein geht die BI mit ihrer Forderung nach einer „völligen Entschleunigung des Verkehrs in der Hauptstraße“ in die Offensive.

„Wir ziehen dabei mit dem Einzelhandel an einem Strang“, betont Uwe Gerber. Zwar sei man sich in Bezug auf das Endziel nicht einig (die BI strebt im Gegensatz zum Gewerbeverein langfristig eine komplett autofreie Innenstadt an), so sei die Strategie, die auf eine sukzessive Verminderung des Verkehrs und dessen Verlangsamung abzielt, dennoch identisch.

Gerber und Blum verweisen auf das Innenstadtkonzept aus dem Jahre 2012, das unter anderem eine durchgehende verkehrsberuhigte Zone vom Adler-Kreisel bis zur Sparkasse vorsieht, etwa mit einer 7 km/h-Regelung, wie sie in der Altstadt bereits seit vielen Jahren in Kraft ist.

Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die Tatsache, dass auch der Arbeitskreis Innenstadt in seiner jüngsten Sitzung empfahl, diesen verkehrsberuhigten Ausbau in Angriff zu nehmen, will die BI das Tempo verschärfen. „Wir müssen die Innenstadt jetzt schon attraktiver macht“, plädiert Uwe Gerber für eine schnellere Gangart.

In einem Schreiben an Bürgermeister und Stadträte verweist die BI auf die einschlägigen Handlungsfelder im Leitbild der Stadt, in denen von einem „verkehrsberuhigten Zentrum“ als „attraktivem Kommunikationsort“ die Rede ist. Zur Illustration, wohin die Reise gehen soll, legt die BI dem Schreiben einen USB-Stick mit einem virtuellen Spaziergang durch die Innenstadt sowie einer Präsentation bei.

Gemäß dieser Richtschnur schreiben Uwe Gerber und seine Mitstreiter den Verantwortlichen konkrete „Leistungsziele“ für die kommenden zwei Jahre ins Stammbuch. Diese seien „in strategischer Verbindung mit dem Uehlin-Areal“ zu verwirklichen.

Unter anderem sollten nach ihrem Dafürhalten die beiden alten Uehlin-Häuser bis 2019 saniert sein und die Hauptstraße vom Adler-Kreisel bis zur Sparkasse verkehrsberuhigt umgestaltet sein.

Uwe Gerber könnte in diesem Zusammenhang auch mit einer Teillösung leben, die sich auf den Abschnitt zwischen Hebelstraße und Sparkasse beschränkt und die Teilstrecke vom Adler-Kreisel bis zur Hebelstraße vorerst außer Acht lässt. Denn für ihn ist es ein „Muss“, dass im unmittelbaren Zentrum der „hässliche Verkehr“ vor allem an den Markttagen endlich aufhört.

Kernpunkt der BI-Forderungen ist indes die Umgestaltung des Marktplatzes zu einem autofreien Aufenthaltsort mit Springbrunnen und Schachspiel. Dieser Platz solle dann nur noch den Märkten, der Gastronomie und kulturellen Veranstaltungen zur Verfügung stehen, so heißt es im Positionspapier.

Schließlich regt die BI ein „Marketingkonzept für die Innenstadt“ an, das Verwaltung, Gewerbeverein, Kulturvereine und Bürger unter Berücksichtigung des neuen Einzelhandelsgutachtens, das Ende 2018 vorliegen soll, „gemeinsam erarbeiten“.

In Ergänzung zum gelungenen Leitbild sei zudem eine „Real-Vision 2025“ anzufertigen, an der sich die Entwicklung der Stadt „zu einem tatsächlichen und notwendigen Mittelzentrum“ orientiere, so die BI.

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