Zeit, viel Zeit sollte man mitbringen, wenn man im Stadtmuseum Schopfheim die Ausstellung „90 Jahre Krimigeschichten mit ­Micky Maus“ anschaut. Am Sonntag war die Vernissage.

Von Gabriele Rasenberger

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Schopfheim. Diese eröffnete zunächst Bürgermeister-Stellvertreter Thomas Gsell. Er wisse noch, dass Micky Maus immer gewitzt war und Goofy der Partner. „Schön, dass man an diese Sachen wieder erinnert wird, eine tolle Ausstellung“, so Gesll.

Ulla Schmid, die Leiterin des Museums, erklärte, dass Micky Maus dieses Jahr 90 Jahre alt wird. Sie verbindet mit der Figur ebenfalls Kindheits- und Jugenderinnerungen, hat zum Teil selbst noch eine Sammlung.

Erschaffen wurde diese Kunstfigur von Walt Disney und Ub Iwerks. Sie ist inzwischen eine der berühmtesten Kunstfiguren weltweit. Für Ulla Schmid ist Micky Maus das Gegenteil der Figur von Donald Duck. Gleichzeitig immer erfolgreich im Kampf gegen das Verbrechen. Ulla Schmid nannte Micky Maus den „Hercule Poirot von Entenhausen mit seinen unfehlbar detektivischen Fähigkeiten.“ Dabei arbeitet die Figur immer mit Kommissar Hunter zusammen. Meist geht die Jagd gegen Kater Carlo oder das Phantom / Plattnase.

In der Ausstellung selbst sind viele Archetypen aus den Jahren 1955 bis 1974 zu sehen. Dabei sind 14 vollständige Geschichten ausgehängt, immer mit Originalen. Gleichzeitig gibt es noch Leseecken, in denen weitere Hefte liegen. Zum Teil stammen diese aus dem Bestand von Ulla Schmid selbst , doch auch andere Bürger haben etwas beigesteuert. An diese ging der Dank.

In der Ausstellung selbst konnte man dann noch einiges andere sehen, was mit der Maus zu tun hat. Es waren Alltagsgegenstände, Kaugummipapier, Spiele. Und ein Quiz gibt es. Eine wirklich interessante Ausstellung. Gleichzeitig kann man viel an Informationen lesen. Zum Beispiel, wie Micky Maus in anderen Ländern heißt.

Wer sich mit Micky Maus auskennt und die Hefte heute als Erwachsener noch liest, wird merken, dass die Geschichten heutzutage wieder aufgelegt werden, wie zum Beispiel „Der Hund von Baskerville“, „Die Seufzerinsel“ oder „Der Schatz in der Walfischbai“. Die Farben allerdings sind anders.

Noch etwas fällt dem Kenner auf: Ulla Schmid machte in ihrer Rede darauf aufmerksam, dass Micky eigentlich Mortimer heißen sollte, nach einer Maus, die Walt Disney in seiner Garage hatte und so nannte. Das wäre aber wohl kein Erfolg geworden. Doch Mortimer Maus tritt bis heute gelegentlich in den Comics auf, als einer der Ahnen von Micky. Und wer die Geschichten aus der Anfangszeit mit denen von heute vergleicht, erkennt, dass einige Freunde und Feinde dazugekommen sind, wie Atömchen, Gamma und Indiana-Goof mit dessen Gegenspieler Doktor Krantz. Und die Storys sind komplexer, zum Teil auf erwachsenes Publikum zugeschnitten.

Trotzdem: Die Geschichten aus der ersten Zeit zu sehen, ist toll. Die Besucher kamen aus den verschiedensten Gründen, manche, weil sie bei jeder Vernissage dabei sind, andere wegen der Kinder, aber viele aus Interesse, weil sie als Kind mit den Comics groß geworden sind.

„Es war das Höchste, wenn meine Oma mir die Hefte gekauft hat“, so ein Besucher. Ein weiterer hat durch die Comics Italienisch gelernt, da er diese nur in dieser Sprache gelesen hat. Und eine 71-jährige Besucherin kam fast ins Schwärmen, als sie sich daran erinnerte, dass sie den ersten Micky-Maus-Club in Schopfheim gegründet hatte. Für sie war es damals eine „Identifikationsfigur“. Es ist kein Wunder, dass in den Leseecken immer jemand saß - beileibe nicht nur Kinder.