Schopfheim Die Energiewende gemeinsam denken

Gudrun Gehr
Wollen die Energiewende auf dem Dorf voranbringen: Eichens Ortsvorsteher Rudolf Wasmer, Samira Böhmisch und Kürnbergs Ortsvorsteher Peter Ulrich (v.l.). Foto: Gudrun Gehr

Schopfheim/Kürnberg/Eichen (gehr). Eine Initiative aus engagierten Bürgern hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Energiewende im Schopfheimer Ortsteil Eichen voranzutreiben (wir berichteten). Konkret anvisiert ist der Aufbau eines Nahwärmenetzes. Ebenfalls auf der Agenda sind die Themen Ausbau von Fotovoltaik und alternative Mobilität in Form von Car-Sharing.

Am Donnerstag nun war Samira Böhmisch als Gründerin der Eichener Initiative auf Einladung von Ortsvorsteher Peter Ulrich zu Gast im Ortschaftsrat Kürnberg, um Idee und bisheriges Vorgehen vorzustellen und die Möglichkeit einer Zusammenarbeit der beiden Nachbardörfer auszuloten. Während die Initiative in Eichen auf breites Interesse stößt, war die Resonanz in Kürnberg bei diesem ersten Anlauf verhalten.

Mehr Schlagkraft im Verbund der Dörfer

Da es sich in einem gemeinsamen Verbund besser – und kostengünstiger – arbeiten lässt, hatte der Kürnberger Ortsvorsteher Peter Ulrich Böhmisch eingeladen, um über den Stand der Initiative zu berichten. Diese stellte das Projekt und die Initiative mit dem den Arbeitstitel „Initiative Erneuerbare Energien Eichen E³“ anhand einer Diapräsentation vor – und zeigte sich überzeugt, dass gerade in den Dörfern das Potenzial für die Umsetzung alternativer Formen von Energiegewinnung und Mobilität groß ist: „Wir kleinen Gemeinden haben eine starke Dorfgemeinschaft, keine Anonymität, wir müssen uns selbst drum kümmern.“

Gute Gründe für eine eigene Energieerzeugung

Tatsächlich war in Eichen schnell der Ortschaftsrat mitsamt Ortsvorsteher Rudolf Wasmer mit im Boot, dazu etliche weitere Bürger. Und: eine Umfrage stieß auf immense Resonanz – und belegte das große Interesse der Bevölkerung: 60 Haushalte sind an alternativer Wärme- und Stromerzeugung interessiert, 30 Haushalte interessieren sich für eine Verbesserung der Mobilität, beispielsweise mit einem Einsatz von E-Car Sharing. Bei der Umfrage stellte sich heraus, dass rund 80 Prozent der Haushalte in Eichen noch mit Gas heizen – ein gutes Motiv für eine Neuausrichtung.

Allerdings gibt es einen gewissen Zeitdruck: Eichen soll Ende des Jahres mit Breitband versorgt werden. Die entsprechenden Tiefbauarbeiten wären optimal, um ein entstehendes Nahwärmenetz gleich mit zu verlegen.

Auch über die Dorfgrenzen hinaus steht Böhmisch mittlerweile in regem Austausch mit Interessierten und Experten, etwa mit dem technischen Beigeordneten der Stadt oder mit dem Landkreis, der im Rahmen einer Wärmeplanstrategie die Potenziale im Bereich der Erneuerbaren Energien eruieren will.

Auch mit einem Planungsbüro wurde Kontakt aufgenommen. Dieses will abklären, ob ein Nahwärmenetz sinnvoll ist, oder welche Alternativen sonst vorliegen. Auch wird darüber nachgedacht, in welcher Form die Initiative weiter bestehen soll – Bürgergenossenschaft beispielsweise oder Verein?

Ortschaftsrat Kürnberg will Umfrage starten

Nicht zuletzt spielen bei den Überlegungen für den weiteren Weg mögliche Synergien mit den Nachbardörfern. eine wichtige Rolle.

Eichens Ortsvorsteher Rudolf Wasmer sprach von einem möglichen „Schneeballeffekt“ und meinte: „Ortsteilübergreifend sollte man zusammendenken. Wir liegen ja alle relativ nah beieinander“. Ortsvorsteher Peter Ulrich pflichtete ihm bei und meinte: „Warum sollten wir den gleichen Gründungsaufwand betreiben, wenn wir diesen zusammen bewältigen können?“ Anzusprechen wären hier auch Raitbach und Gersbach.

In den Augen Ulrichs sollte der Fokus zunächst auf Solarenergie und Fotovoltaik liegen, da sich dies schneller als ein Nahwärmenetz umsetzen lasse.

In einem ersten Schritt will die Ortsverwaltung von Kürnberg nun mit einer eigenen Umfrage herausfinden, wie groß das Interesse der Bürger vor Ort ist. Auf dieser Grundlage soll dann über den weiteren Weg entschieden werden.

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