Schopfheim Die Karawane zieht weiter

Die Stadt will sich vorerst nicht an der kommunalen Kampagne „Energiekarawane“ beteiligen – vor allem aus Kostengründen (Archivfoto). Foto: Markgräfler Tagblatt

Schopfheim - Die Stadt schließt sich der „Energiekarawane“ vorerst nicht an. Die Ratsmehrheit folgte dem Antrag von Felix Straub (Grüne), den Beschluss zu vertagen.

Die Stadtverwaltung hatte vorgeschlagen, sich der Energiekarawane anzuschließen und im Herbst die ersten Schritte in den Quartieren Oberfeld und Weiermatt anzugehen. Bürgermeister Harscher sagte, die Energiekarawane stärke das Handwerk in der Region.

Die kommunale Kampagne „Energiekarawane“ diene der offensiven Ansprache von Immobilienbesitzern im Rahmen eines standardisierten Verfahrens, erläuterte Brice Mertz, Projektleiter der Energiekarawane, die beim gemeinnützigen Verein fesa mit Sitz in Freiburg angesiedelt ist. Der Verein stellt Kommunen das gesamte Umsetzungspaket zur Verfügung und begleitet die Verwaltung, bis die Projektumsetzung eigenständig möglich ist.

Die Kosten dafür belaufen sich auf 5500 Euro für die Übertragung des Projektmanagements und auf 13 500 Euro für die erstmalige Umsetzung der Energiekarawane; jede weitere würde mehr als 12 000 Euro kosten – Mittel, die die Stadt von 2021 an jährlich im Haushalt bereitstellen müsste, um mittelfristig allen privaten Eigentümern von Wohngebäuden eine kostenlose Energieberatung zu ermöglichen. Fördermittel vom Land gibt es für das Projekt nicht.

Bevorzugt würden Eigentümer von Ein- und Zweifamilienwohnhäusern kontaktiert. Es gehe um eine aufsuchende Energieberatung mit dem Ziel der Aufklärung sowie um die Motivationssteigerung, eine energetische Sanierung vorzunehmen, erläuterte Mertz.

Die energetische Gebäudesanierung sei das wichtigste kommunale Handlungsfeld im Bereich Klimaschutz. 40 Prozent des kommunalen Energieverbrauchs entstünden im Bereich der Gebäude. Es sei wichtig, dass die Energieberatung zu den Bürgern komme. Vornehmlich gehe es um Gebäude der Baualtersklasse bis etwa Mitte / Ende der 80er Jahre.

Die langjährigen Erfahrungen aus dem Bereich der Metropolregion Rhein-Neckar hätten den Erfolg dieses Ansatzes belegt, so Mertz. Mindestens 25 Prozent der adressierten Bürger hätten das Beratungsangebot angenommen, davon hätten 60 Prozent die empfohlenen Sanierungsmaßnahmen umgesetzt oder deren Umsetzung angekündigt.

Das Projekt erreiche zwar viele Bürger, stellte Hildegard Pfeifer-Zäh fest. Die tatsächliche Wirkung stellte die Freie Wähler-Stadträtin jedoch in Frage. Auch Fraktionskollege Kai Horschig zeigte sich nicht ganz von dem Konzept überzeugt. Eine „Missionierung“ sollte der letzte Weg sein. Horschig erinnerte an Sparmaßnahmen ausgerechnet bei Heizungsanlagen, die die Stadt auf den Weg bringen will – hier würde aber etwa durch eine Heizungserneuerung tatsächlich Geld gespart werden können.

„Angesichts der Haushaltslage würden wir eher verzichten“, so auch der Tenor von SPD-Stadträtin Teresa Bühler. Wenn man bedenke, dass auch die Folgejahre einiges an Geld kosten würden, dann könne man gut darauf verzichten.

CDU-Stadträtin Heidi Malnati wollte wissen, ob der hiesige Klimaverein eingebunden sei, was Christine Griebel, EEA-Koordinatorin, bejahte. Der Verein für eine klimaneutrale Stadt sei im Rahmen der lokalen Agenda mit von der Partie; auch sei die Energiekarawane für den European Energy Award relevant, so Griebel auf Frage von CDU-Stadtrat Thomas Kuri.

Ernest Barnet (Grüne) war es lieber, erst nach der Klausurtagung des Gemeinderats über die Energiekarawane zu entscheiden. Fraktionskollege Jürgen Fremd sagte, dass angesichts der Klimaschäden etwas gemacht werden müsse. Doch auf Freiwilligkeit zu setzen, funktioniere nicht.

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