Schopfheim Die Mundart zum Klingen und Leuchten gebracht

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Macht die Mundart literaturfähig: Markus Manfred Jung, der am 11. Oktober in der Stadtbücherei in Gerlingen den mit 10 000 Euro dotierten Lyrikpreis erhält. Foto: zVg

Schopfheim / Kleines Wiesental. Der zum vierten Mal vergebene Gerlinger Lyrikpreis der Petra Schmidt-Hieber-Literaturstiftung geht in diesem Jahr an den Dichter Markus Manfred Jung.

Die Jury - bestehend aus Michael Braun, Irene Ferchl, Walle Sayer, Hans Thill und Wolfgang Tischer - begründet ihre Entscheidung wie folgt: „Markus Manfred Jung bringt die Mundart, in der er lebt, das Alemannische, in einer zeitgemäßen Art und Weise zum Klingen, zum Leuchten.“ Jung arbeite in seinen Gedichten mit dem Musikalischen und dem Lautmalerischen des Dialekts und erschließe mit seiner Gegenwärtigkeit Themen „jenseits aller Tümelei“, heißt es weiter.

Indem Jung „jedes seiner Dialektgedichte selber ins Hochdeutsche übersetzt, uns eine hochdeutsche Lesart zu jedem Gedicht anbietet, quasi zweisprachig schreibt, löst er die besondere Art von Hermetik auf, die der Mundart eigen ist, entgrenzt er diese Sprache“ – für diese „beeindruckende Arbeit an der Literaturfähigkeit der Mundart“ zeichne ihn die Jury des Gerlinger Lyrikpreises aus.

Markus Manfred Jung, geboren am 5. Oktober 1954 in Zell im Wiesental, Sohn des alemannischen Mundartdichters Gerhard Jung und dessen Frau Klara, geborene Wuchner, wuchs in Lörrach auf. Er lebt mit seiner Frau, der Malerin Bettina Bohn, in Hohenegg (Kleines Wiesental). Jung studierte Germanistik, Skandinavistik, Philosophie und Sport in Freiburg im Breisgau sowie in Oslo (Norwegen). Bis 2018 war er Gymnasiallehrer, auch am Theodor-Heuss-Gymnasium in Schopfheim.

Der Schriftsteller hat schon etliche Auszeichnungen und Preise erhalten, unter anderem den Dr. Alfred Gruber-Preis (erster Förderpreis) beim Wettbewerb Lyrikpreis von Meran, Italien, 1998, den Lucian-Blaga-Poesiepreis, Cluj Napoca / Klausenburg (Rumänien) 2001, den „Landespreis für literarisch ambitionierte Kleinverlage 2006“ für den Drey-Verlag, den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2007 für „Ikarus“ (mit Uli Führe).

Die jüngsten beiden Lyrikveröffentlichungen waren der Gedichtband „verfranslet diini flügel“, alemannische Gedichte, Drey-Verlag, Gutach, 2008, und „Schluchten von Licht“ mit Bildern von Bettina Bohn, alemannische und hochdeutsche Gedichte (ebenda 2015).

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