Das Wettrennen um den Chefsessel im Rathaus ist eröffnet: Noch bevor der Wahltermin überhaupt offiziell feststeht, wirft der erste Kandidat seinen Hut in den Ring. Es ist einer, der vor acht Jahren schon einmal antrat: Thomas Gsell.

Von Werner Müller

Schopfheim . Der SPD-Stadtrat, Stimmenkönig bei der Kommunalwahl vor vier Jahren und seither erster ehrenamtlicher Stellvertreter des Bürgermeisters, möchte das höchste Amt in der Markgrafenstadt künftig im Hauptberuf ausüben.

Dass er seine Kandidatur schon jetzt, ein gutes halbes Jahr vor dem voraussichtlichen Wahltermin am 7. Oktober, öffentlich ankündigt, hat seinen guten Grund: Er möchte ganz bewusst nicht abwarten, bis Amtsinhaber Christof Nitz, wie angekündigt, noch im Lauf dieses Monats verkündet, ob er im Herbst zum dritten Mal antritt oder nicht. „Meine Entscheidung ist unabhängig davon“, betont er.

Gsell hat sich die Kandidatur nach eigenen Worten „ein Jahr lang reiflich überlegt“. Viele hätten ihn in den vergangenen Monaten auch ausdrücklich dazu ermuntert. Seit seiner ersten Kandidatur vor acht Jahren habe er kommunalpolitisch noch einmal viel Erfahrung sammeln können, als Stadtrat und vor allem auch als Stellvertreter des Bürgermeisters. Insofern trete er „aus vollstem Herzen“ erneut wieder an.

„Die Bürger sollen eine echte Wahl haben“, so bezeichnet Gsell sein Hauptmotiv. Als „Schopfheimer durch und durch“ liege ihm die Markgrafenstadt „sehr am Herzen“.

Thomas Gsell betont, dass er als „unabhängiger Kandidat“ antrete, wenngleich er seit 2004 als Stadtrat der SPD-Fraktion angehöre, die seine Bewerbung vorbehaltlos unterstütze. Daran ändere auch nichts, dass ihn der SPD-Ortsverein bei der Hauptversammlung am kommenden Mittwoch als Bürgermeister-Kandidaten vorstelle und ihm voraussichtlich auch Rückendeckung gebe.

Er habe vor acht Jahren mit 41,6 Prozent im zweiten Wahlgang ein „gutes Ergebnis“ erzielt, so Gsell. Beim zweiten Anlauf in diesem Jahre hoffe er insofern auf „ein noch besseres“.

Das Amt des Bürgermeisters sei gewiss ein Fulltime-Job und von Konfliktpotenzial nicht frei, doch dieser Herausforderung stelle er sich gerne.

Zu den vordringlichen Aufgaben des künftigen Stadtoberhauptes gehört für Thomas Gsell vor allem, angesichts der enormen Investitionen in den kommenden Jahren (Schulcampus) die Finanzen der Stadt in den Griff zu kriegen und die diesbezüglichen Hausaufgaben der Kommunalaufsicht zu erfüllen.

Ein großes Anliegen sei auch der Bau von bezahlbarem Wohnraum – und das vor dem Hintergrund der endlichen Ressourcen, was Bauland anbelangt.

Ganz oben auf der Agenda stehe auch die Stadtentwicklung mit dem Schwerpunkt der Verkehrsberuhigung. Und nicht zuletzt müsse die Stadt weiter viel Geld in Schulen und Kindergärten investieren.