Schopfheim „Die Transporte werden teurer“

Markgräfler Tagblatt, 17.05.2018 22:00 Uhr

Aufatmen bei den Fleischdirektvermarktern: Die Schließung des Schlachthofs in Lörrach zum 31. Mai kommt der Erzeugergemeinschaft Gersbach/Wiesental zwar höchst ungelegen. Dennoch ist eine Ersatzlösung in Sicht.

Von Werner Müller

Schopfheim . „Wir werden in Zukunft unsere Tiere in Waldshut-Tiengen schlachten lassen“, teilte Willi Greiner, einer der Vorsitzenden der Erzeugergemeinschaft, gestern auf Anfrage mit. Grundsätzlich gebe es diesbezüglich bereits eine Einigung. In einem Gespräch in der kommenden Woche gehe es nur noch darum, Details zu klären – unter anderem den genauen Schlachttag.

Der Verein habe sich schon länger mit der bevorstehenden Schließung des Schlachthofes in Lörrach befasst und sich nach Alternativen umgesehen, so Greiner. Außer Waldshut-Tiengen komme allerdings nur noch Freiburg in Frage – das sei aufgrund des viel weiteren Transportweges aber ausgeschossen.

Der Schlachthof in Schönau läge zwar näher, stehe aus mehreren Gründen aber nicht zur Verfügung, unter anderem weil er derzeit schon ziemlich ausgelastet sei und die weitere Verarbeitung des Fleisches dort nicht erfolgen könne.

Auch nach Waldshut-Tiengen ist das Schlachtvieh künftig weiter unterwegs als bisher - nach Greiners Angaben ab Gersbach etwa 20 Kilometer. Für die Qualität des Fleisches habe dies zwar keine gravierenden Folgen.

Allerdings seien die weiteren Transportwege für die Landwirte finanziell von Nachteil. „Die Transporte werden teurer“, so Greiner, somit bleibe den Fleischerzeugern unterm Strich weniger vom Erlös übrig. Nach Lörrach hätten manche Bauern das Schlachtvieh noch selber transportieren können, sogar mit Traktor und Anhänger. Nach Waldshut-Tiengen sei das allerdings nicht mehr möglich.

Derzeit suchen die Erzeuger nach Transporteuren, einen haben sie nach Angaben von Willi Greiner schon an der Hand.

Im Schnitt bringt die Erzeugergemeinschaft, der sich gut 50 Landwirte aus Gersbach, Häg-Ehrsberg und dem Kleinen Wiesental angeschlossen haben, im Jahr zwischen 300 und 400 Stück Großvieh zum Schlachter. Abnehmer des regional produzierten Fleisches ist die Firma Hieber.

 
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