Schopfheim „Dies stärkt die Position der Stadt“

Schopfheim - Einer zweiten Ausschreibung der beiden Uehlin-Bestandsgebäude mit der Bedingung des Erhalts als denkmalgeschütztes Eckgebäude hat der Gemeinderat zugestimmt. Das Mindestgebot beträgt 250 000 Euro.

Bauverwaltungsleiter Bernd Benz erläuterte, die Stadt habe nach einer Gesetzesänderung eine erhöhte Erhaltungspflicht. Zwar dürfe die Zumutbarkeit nicht außer acht gelassen werden, aber wenn sich ein Idealist ins Spiel bringe, müsse die Stadt dem Interessenten das Objekt verkaufen. Die Kaufinteressenten müssen allerdings ein detailliertes Nutzungskonzept vorlegen.

Das Eckgebäude weise keine speziellen hochwertigen Bauteile auf. Die Denkmalpflege führe hier aber heimatgeschichtliche Gründe für den Erhalt an. Der Bürger könne dies aber nicht erkennen. Lediglich durch eine anzubringende Schautafel oder einen Ausstellungsraum mit einer Druckerpresse könnte auf die Bedeutung des Zeitungspioniers Johann Georg Uehlin aufmerksam gemacht werden.

Ob und inwieweit sich dieser tatsächlich in dem Haus beruflich aufhielt, werde von Stadtarchivarin Ulla Schmid ergründet.

Nach der Ausschreibung werde die höhere Baurechtsbehörde beim Regierungspräsidium Freiburg entscheiden. Städtebauliche Gründe der Stadt würden nicht berücksichtigt.

Benz wies darauf hin, dass an dem Gebäude in den 20er Jahren Änderungen vorgenommen wurden. Bei einem Abbruch des Gebäudes könnte an der strategisch wichtigen Stelle eine breitere Einsicht entstehen – die Stadt habe ja schon viel unternommen, um den Einzelhandel zu stärken.

Auch weiterhin solle die Innenstadt gestärkt werden, denn man habe schon Sortimentsabgänge nach Lörrach verzeichnet. Aus gutem Grund habe man seinerzeit auch Gewerbe gegenüber dem Hieber-Markt abgelehnt. Dort befinden sich nun Wohnungen.

Thomas Kuri (CDU) sagte, er unterstützte die städtebauliche Betrachtungsweise der Stadt. Es stehe dem Städtebau entgegen, wenn jemand das Haus kaufe, es saniere und dann teuer weiterverkaufe.

Bernd Benz machte deutlich, dass die zerstörte Gebäudesubstanz, darunter auch der teilweise abgefaulte Dachstuhl, nicht mehr herstellbar sei. Wenn das Dach wegkomme, würde man weit unter der Hälfte der historischen Bausubstanz liegen. Stahlträger zu bauen, würde unverhältnismäßig ins Geld gehen. Deshalb gelte es, erneut eine Ausschreibung und damit den Nachweis zu erbringen, dass die Stadt niemanden habe, dem sie das Gebäude verkaufen könne.

SPD-Fraktionsvorsitzender Artur Cremans fragte, wer über den Zuschlag entscheide, die Stadt oder das Denkmalamt. Man dürfe dies nicht aus der Hand geben.

Bernd Benz teilte mit, es entscheide der Gemeinderat, die Stadt sei Grundstückseigentümer. Cremans’ Fraktionskollege Thomas Gsell erkundigte sich, was passiere, wenn die Stadt keine zweite Ausschreibung vornehme. Dann, so Bernd Benz, entscheide das Regierungspräsidium nach Aktenlage. Die Ausschreibung solle die Position der Stadt stärken.

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