Schopfheim Digital-Offensive im „Gemischtwarenladen“

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Für die Digitalisierung im Rathaus zuständig: Julia Scribano. Bürgermeister Dirk Harscher und Fachbereichsleiter Thomas Spohn freuen sich über die kompetente Verstärkung. Foto: Werner Müller

Schopfheim (wm). Die Digitalisierung im Rathaus vorantreiben: Dieser Aufgabe hat sich Julia Scribano verschrieben. Die 31-Jährige ist seit 1. März die Leiterin der neu eingerichteten Fachgruppe „Organisation, Digitalisierung und IT“.

Die gebürtige Schopfheimerin, die am THG ihr Abi machte und ihrer Heimatstadt seither stets treu blieb, ist angetreten, eine Strategie für die geplante Digitalisierung der Stadtverwaltung zu erstellen und auf dem Weg zur so genannten „E-Akte“ ein digitales Dokumenten-Managementsystem zu implantieren. Dazu gehört unter anderem, den Bürgern als Kunden so schnell wie möglich alle Dienstleistungen auch online anzubieten.

Laut Vorgaben des Landes soll dies bis zum Ende dieses bereits der Fall sein. Doch Julia Scribano hat Zweifel, dass die Kommunen dieses ehrgeizige Ziel schaffen können. Denn es fehle bislang vor allem an den notwendigen technischen Schnittstellen für beide Seiten.

Die neue Fachgruppenleiterin soll in der Verwaltung auch ein neues Intranet auf den Weg bringen und für das Stadtarchiv ein „Online-Findbuch“ entwickeln. Auf ihrer digitalen Hausaufgabenliste stehen außerdem das Prozessmanagement sowie die Prüfung der internen Strukturen. Obendrein soll sie herausfinden, wo hinsichtlich der digitalen Verwaltung vor allem für die Kundenseite noch „Optimierungspotenzial“ steckt.

Die Verwaltung digitalisieren – hört sich einfach an, ist in Wahrheit aber ein höchst komplexes Unterfangen. „Wir sind im Gegensatz zu einem privatwirtschaftlichen Unternehmen der reinste Gemischtwarenladen“, gibt Fachbereichsleiter Thomas Spohn zu bedenken. So seien in den verschiedenen Abteilungen der Rathäuser sicher mehr als 100 verschiedene Softwareprogramme im Einsatz. Viele Akten seien noch nicht digitalisiert. Nach seinen Worten soll der Startschuss für ein so genanntes „Dokumenten-Managementsystem“ im September dieses Jahre fallen.

Alleine dieser Prozess dauere etwa drei Jahre, erklärt Julia Scribano und ist sich mit Blick auch auf alle anderen Aufgaben sicher: „Die Arbeit geht mir so schnell nicht aus“.

Aber das wusste sie von Anfang an. Denn schon während ihres Public-Management-Studiums an der Verwaltungsfachhochschule in Kehl absolvierte sie zwei Praktika in der Stadtverwaltung, unter anderem in der Finanzverwaltung. Da gefiel es ihr so gut, dass sie sich nach zwei beruflichen Zwischenstationen bei der Stadt Lörrach (Wirtschaftsförderung) und im Landratsamt, wo sie unter anderem für die operative und strategische Organisation zuständig war, schließlich dazu entschloss, in die Verwaltung ihrer Heimatstadt zu wechseln.

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