Schopfheim Dufte „Landmarke“ im Westen

Schopfheim - Im Westen doch was Neues: Der Gemeinderat stellte in seiner jüngsten Sitzung die Weichen für eine „neue Stadtzufahrt“ in Gündenhausen.

Das Gremium genehmigte das städtebauliche Konzept für ein Neubauprojekt in der „Reibematt“ am dortigen Kreisel – ohne jeden Mucks.

Das hatte was, denn das Projekt hatte zuvor in den Gremien schon mehrfach für Diskussionsstoff und eine förmliche Ablehnung gesorgt.

Dass solch skeptisches Echo dieses Mal ausblieb, lag an etlichen Zugeständnissen und Planänderungen, mit denen der Bauträger der Verwaltung und dem Gemeinderat entgegenkam.

Grundsätzlich soll die Bebauung auf dem großen Grundstück zwischen Landstraße nach Langenau, Gewerbekanal, Hauptstraße und Walter-Faller-Straße eine „neue markante Stadtzufahrt West“ markieren – mit einem stattlichen Gebäude direkt am Kreisel als so genannter „Landmarke“ sowie einem Gebäude am Kanal und einem an der Hauptstraße in Richtung Innenstadt.

In den vorherigen Entwürfen hatte besonders ein Turm mit acht Vollgeschossen direkt am Kreisverkehr den Unmut der Stadträte provoziert. Außerdem bemängelten sie seinerzeit die geplanten „Mikrowohnungen“ für kurzfristige Mieter (Geschäftsreisende). Zudem forderten Kritiker der Pläne, dass die Stadt vor der Genehmigung dieser Maßnahme ein Gesamtkonzept für die künftige Entwicklung zwischen Gündenhausen und Friedhofskreisel entwickelt.

Der Bauträger machte offenbar seine Hausaufgaben. Sein veränderter Entwurf, der bereits in der Klausurtagung des Gemeinderats auf Wohlwollen gestoßen war, nahm jedenfalls auch die offizielle Hürde in der öffentlichen Sitzung in der Stadthalle ohne jeglichen Einwand.

Das lag unter anderem daran, dass er die kritischen Punkte überarbeitete. So stutzte er den Stein des Anstoßes, das markante Gebäude direkt am Kreisel, um ein Vollgeschoss, so dass es sich jetzt in der Höhe an den benachbarten Komplex anpasst. Statt der Mikrowohnungen ist ein Mix aus kleineren und größeren Wohnungen geplant, so dass auch Mehrgenerationenlösungen denkbar sind.

Das Gebäude am Kanal soll 30 Wohnungen mit jeweils drei bis vier Zimmern für Familien beherbergen, jenes an der Hauptstraße bietet auf 2500 Quadratmeter Nutzfläche Platz für die Dialysestation, Facharztpraxen, Büro sowie „weiterer, nicht störende gewerbliche Nutzungen“. Der Bauträger plant zudem für das Quartier am Westrand der Stadt eine Nahwärmeversorgung.

Das Projekt bilde den Auftakt zur Umgestaltung der Fläche an der Nordseite der Straße „Gündenhausen“ bis zum Kreisel am Friedhof, die durch viele Brachflächen und untergenutzte Betriebe gekennzeichnet sei, so die Stadtverwaltung.

Der Straßenabschnitt gelte als „wesentliche städtebauliche Entwicklungszone“. Es lägen auch schon konkrete Anfragen von Betrieben für Umnutzungen und Nachverdichtungen mit gemischten Nutzungen (Gewerbe, Wohnen, Büros, Praxen) vor.

„Höchste Zeit, machen wir jetzt einen Knopf drauf“, appellierte Bürgermeister Dirk Harscher an die Stadträte, die Konzeption zu akzeptieren. Der Investor habe sich die vorgebrachten Kritikpunkte zu Herzen genommen und entsprechend reagiert. Im Übrigen brauche die Stadt für die Dialyse-Praxis, die in Fahrnau an ihre Grenzen stoße, endlich einen neuen Standort.

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