Schopfheim „Ein Ansturm wie noch nie“

Werner Müller

Wie einst beim Schlussverkauf: Lange Warteschlangen kommen wieder in Mode. Allerdings wollen die, die sich da die Beine in den Bauch stehen, nichts kaufen – sie lassen sich vielmehr in der Nase bohren.

Von Werner Müller

Schopfheim . Ihr Sehnsuchtsziel sind die hiesigen Corona-Teststationen. Und die sehen sich seit Mitte dieser Woche einem regelrechten Ansturm gegenüber.

„So einen Andrang wie jetzt hatten wir noch nie“, stöhnt Yannik Diller, der in der Friedrichstraße das „Testzentrum Schopfheim“ betreibt, das neben Antigen- auch PCR-Tests anbietet.

Zwischen 300 und 400 Leuten stehen nach seinen Worten täglich vor die Tür, schon um 8 Uhr hintereinander in Reih’ und Glied. „Es ist hart, für die Kunden ebenso wie für unsere vier Mitarbeiter“, so Diller. In normalen Zeiten seien pro Tag etwa 30 oder 40 Personen erschienen, um sich testen zu lassen.

Doch die Zeiten sind nicht nur in Anbetracht rapide steigender Infektionszahlen alles andere als normal, sondern erst recht auch seit der Ausrufung der Alarmstufe II am Mittwoch.

Jetzt müssen sich ungeimpfte Personen für viele Zwecke impfen lassen, für den Gang zum Arbeitsplatz sogar täglich. Doch auch viele Geimpfte nehmen die Prozedur auf sich – „die wollen einfach auf Nummer sicher gehen“, so Diller.

Dieser Andrang bringt die Mitarbeiter schon zahlenmäßig arg ins Schwitzen. Hinzu kommt, dass viele Kunden auf ihrem Handy keine Corona-WarnApp installiert haben. Deshalb nehme es viel mehr Zeit in Anspruch, das Testergebnis zu dokumentieren, berichtet Yannnik Diller.

Nach seinen Worten nehmen die positiven Testergebnisse deutlich zu. Davon betroffen seien beileibe nicht nur ungeimpfte Personen. „Etwa die Hälfte der positiv Getesteten sind Geimpfte“, so Diller.

Er rechnet denn auch nicht damit, dass die vierte Corona-Welle schnell abebbt und seinem Testzentrum die Arbeit ausgeht, im Gegenteil. Sollte sich die Lage weiter verschärfen und für Genesene und Geimpfte die 2G-plus-Regel in Kraft treten, dürfte der Andrang noch einmal wachsen. Schon jetzt würde Yanik Diller die Öffnungszeiten erweitern, doch dafür fehlt es ihm derzeit an Mitarbeitern.

„Seit die Testpflicht für Arbeitnehmer gilt, haben wir deutlich mehr zu tun“, berichtet auch DRK-Vorsitzender Simon Redling. Der Ortsverein erweitert deshalb auch die Testzeiten am Wochenende (Samstag und Sonntag von 16 bis 20 Uhr).

Derzeit registrieren die vier bis sechs Helfer, die täglich im DRK-Heim im Lusring Antigen-, Spuck und PCR-Tests abwickeln, bis zu 160 Personen. Vor allem das PCR-Angebot komme gut an, so Redling. Viele nutzen es nach seinen Worten, um die Ergebnisse von Schnelltests zu prüfen.

Hauptgrund für die Tests seien nicht mehr Reisen, wie noch im Sommer, sondern die Überprüfung von Kontaktpersonen oder die Aufhebung von Quarantänemaßnahmen sowie die Kontrolle von positiven Schnelltest-Ergebnissen.

Der DRK-Vorsitzende glaubt nicht, dass sich die Corona-Lage so schnell entspannt. „Wir haben zwar mit einer vierten Welle gerechnet“, so Redling, „aber nicht mit einer von diesen Ausmaßen“. Das DRK sei mit seinem Testzentrum jetzt schon seit einem Jahr im Einsatz. „Irgendwann“, so hofft er, „geht das wieder zu Ende“.

„Extrem viel los“ ist auch in der Teststation beim Freibad. „Am Mittwoch gab es einen regelrechten Ansturm“, erzählt Yolhu Hursit und fügt hinzu, man habe das Personal verstärkt und die Zeiten verlängert. Der Container ist jetzt täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet – auch am Wochenende.

Die zwei Mitarbeiter nehmen pro Tag zwischen 200 und 220 Antigen-Tests vor. Auch Hursit beobachtet, dass die positiven Ergebnisse „von Tag zu Tag“ zunehmen.

DRK Lusring 3: Montag bis Freitag 14 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 16 bis 20 Uhr

Tel. 01575/3088387

Mail: corona@drk-schopfheim.de

Testzentrum Schopfheim, Friedrichstraße 8: Montag bis Freitag 8 bis 12 und 13 bis 17 Uhr, Samstag 8 bis 12 Uhr

Tel. 07622/9034021

Mail: testzentrum.schopfheim@gmail.com

Teststation Freibad:

täglich 11 bis 19 Uhr, auch sonn- und feiertags

Tel. 0172/1746477

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