Schopfheim „Ein bis zu 600 Meter langer Zug“

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Die Polizei beobachtete die Montags-„Spaziergänge“ in der Markgrafenstadt. Foto: dpa / Roland Weihrauch

Bis zu 1200 „Spaziergänger“ sind am Montagabend laut Polizeiangaben in der Innenstadt unterwegs gewesen. Zunächst seien etwa kurz vor 18 Uhr rund 50 Personen auf dem Marktplatz gezählt worden, um 18 Uhr schon 250.

Schopfheim (ma). Die Polizei habe die Menge per Lautsprecherdurchsage aufgefordert, einen Versammlungsleiter zu benennen, doch es habe sich niemand gemeldet. Die „Spaziergänger“, überwiegend Familien mit Kindern und ältere Menschen, seien durch die Scheffel- und Bahnhof-/Bismarckstraße gelaufen. Durch Zulauf habe sich die Menge auf bis zu 1200 Menschen gesteigert, so die Polizei.

Über die Adolf-Müller-Straße, die Hauptstraße, den Max-Picard-Platz und die Wallstraße sei es dann wieder auf den Marktplatz gegangen, wo es kurz vor 19 Uhr zu ersten „Abwanderungsbewegungen“ gekommen sei. „Der Zug war bis zu 600 Meter lang“, schilderte ein Polizeisprecher die Lage.

Die „Spaziergänger“ hätten Kerzen und Laternen mit sich geführt, vereinzelt auch Trillerpfeifen, aber keine Transparente; auch Redebeiträge habe es nicht gegeben. Alles habe sich friedlich und ohne Zwischenfälle abgespielt. Allerdings seien teilweise Abstände nicht eingehalten, Masken nicht getragen worden, so die Stadtverwaltung. „Wir waren nicht glücklich über diese riesige Ansammlung.“

In Zusammenarbeit mit der Polizei werde eine Strategie entwickelt, wie dieser Entwicklung entgegengewirkt könne.

Kein Versammlungsleiter

Die Abstimmung erfolge landkreisweit.

Die Zahl der „Spaziergänger“, Corona-Leugner und Impfgegner beziehungsweise Menschen, die mit den Corona-Verordnungen nicht einverstanden sind, ist von Montag zu Montag gestiegen. Waren es zunächst 40 „Spaziergänger“, so steigerte sich die Zahl zum Jahresende auf etwa 200, nun waren es bis zu 1200.

Werde dies als Versammlung eingestuft, so war zu erfahren, hätte es sich um eine nicht angemeldete Versammlung gehandelt. Dies heiße aber – trotz Infektionsschutzgesetz – nicht zwangsläufig, dass man sie auflösen müsse, so die Polizei.

Die Versammlungsfreiheit gelte mit Recht als hohes Gut, die Verhältnismäßigkeit müsse gewahrt bleiben. Es sei alles friedlich verlaufen. Zudem besteht laut Polizei eine Schwierigkeit darin, dass sich kein verantwortlicher Versammlungsleiter zu erkennen gebe.

Auch in Zell und Schönau waren am Montagabend „Spaziergänger“ unterwegs. In Schönau seien es bis zu 40 Personen gewesen, die sich vor der Kirche Mariä Himmelfahrt getroffen hätten. Es habe sich um friedliche Teilnehmer gehandelt, Abstände seien eingehalten worden, so die Polizei.

In Zell seien 19 Menschen zu einem „Spaziergang“ vom Bahnhof aus aufgebrochen, bis zu 30 seien es schließlich in der Spitze gewesen.

Auch hier seien keine Flyer, Plakate oder Transparente mitgeführt worden, Mindestabstände seien eingehalten worden, so die Polizei.

„Alles verlief friedlich“

Auch in Zell hätten sich die Teilnehmer, die im Stadtgebiet westlich der Landstraße 140 unterwegs gewesen seien, friedlich verhalten. Gegen 20.35 Uhr hätten die „Spaziergänger“ wieder den Bahnhofsbereich erreicht.

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