Schopfheim „Ein blühendes Zentrum“

Von Werner Müller

Pralles Leben statt Blechlawinen: Die „Bürgerinitiative für eine verkehrsfreie und attraktive Innenstadt“ hat einen Traum, was bis zum Jahr 2025 aus dem Bereich rund um Marktplatz, Rathaus und Uehlin-Areal im Idealfall werden könnte – „ein blühendes Zentrum“.

Schopfheim . Diese Vision jedenfalls treibt die beiden BI-Vertreter Jürgen Fremd und Uwe Gerber um, wie sie in einem Pressegespräch erläuterten. Jetzt, da der Baubeginn fürs Uehlin-Areal vor der Tür stehe und das Leitbild für Schofheim langsam Gestalt annehme, sei der richtige Zeitpunkt, um den Blick nach vorne zu richten. „Wir sollten uns nicht immer nur an Zehnjahresplänen und der Finanzierbarkeit von Maßnahmen festklammern“, betont Jürgen Fremd.

Für Uwe Gerber zeichnet sich obendrein ab, dass sich die Städte verändern (müssen). Der Handel verlagere sich mehr und mehr ins globale Internet, vor Ort nehme dafür die Bedeutung von Dienstleistungen und Beratung in allen Lebenslagen zu. „Die Kommunikation wird wichtig, Menschen kommen nicht mehr nur zum Einkaufen in die Stadt“. Deswegen müssten die Kommunen solche Begegnungsräume schaffen.

In den Augen von Jürgen Fremd und Uwe Gerber ist in Sder Markgrafenstadt das Revier rund um den Marktplatz für dieser Zwecke ein „idealer Raum“ - eine entsprechende Umgestaltung und Umnutzung vorausgesetzt. Bislang habe man das Potenzial dieses Areals nur zu wenig beachtet.

Unter dem Leitmotiv: Verkehr raus - Begegnung rein, sieht das visionäre Konzept der BI unter anderem vor, im ehemaligen Bezirksamt die VHS und die Musikschule unterzubringen. Die Stadtverwaltung könnte in ein neues Gebäude auf dem ehemaligen SBG-Parkplatz umziehen, Das jetzige Rathaus stünde mit seinem repräsentativen Saal für offizielle Empfänge, Vorträge und Ausstellungen zur Verfügung. Auf dem Marktplatz schwebt der BI ein flächiger Brunnen vor, er sollte zusammen mit der Hauptstraße für Veranstaltungen aller Art zur Verfügung stehen. Denkbar wäre auch eine ständige Bühne an der Westseite des Rathauses.

Die Hauptstraße müsste sich – ebenso wie die Scheffelstraße – im Abschnitt zwischen Hebel- und Adolf-Müller-Straße in eine Fußgängerzone verwandeln, wo dann auch Straßencafés zum Verweilen einladen.

Eine wichtige Rolle im Konzept der BI spielen auch die beiden historischen Uehlin-Häuser an der Hauptstraße. Sie könnten in den Augen von Jürgen Fremd und Uwe Gerber sowohl zur Straßenseite hin als auch mit ihrem Innenhof in Richtung des neuen Geschäftszentrums in der Scheffelstraße ein idealer und zentraler Treffpunkt werden, wenn sich dort Kleinkunst, Lesungen und Musikveranstaltungen ansiedeln lassen.

Mit in die visionären Innenstadtpläne einbeziehen möchte die BI auch den Stadtpark mitsamt dem Café. Sie plädiert für eine einheitliche Gestaltung sowie eine Querverbindung von der Hebelstraße bis hinüber in die Scheffelstraße.

In punkto Verkehrsreglung schlagen Fremd und Gerber vor, die Adolf-Müller-Straße vom Bahnhof in Richtung Sparkasse zur Einbahnstraße umzuwidmen. Sie könnten sich zudem ein zusätzliches Parkdeck in der Bismarckstraße vorstellen und würden den Bahnhof gerne aufwerten mit einer E-Bike-Verleihstation und überdachten Velo-Abstellplätzen.

Klare Vorstellungen haben die beiden BI-Vertreter auch hinsichtlich des Zeitablaufs. Mit Baubeginn im Uehlin-Areal und der Renovation der beiden alten Uehlin-Häuser im Frühjahr 2017 sollte die Scheffelstraße zur Fußgängerzone werden, ein Jahr später gefolgt von der Hauptstraße.

Die voraussichtliche Eröffnung des Müller-Marktes im Jahr 2018 würden Fremd und Gerber gern mit einem Einweihungsfest der Fußgängerzone und des neuen Brunnens auf dem – dann autofreien – Marktplatz verknüpfen. Die Umnutzung der städtischen Gebäude (Bezirksamt, Finanzverwaltung, Rathaus) sollte Zug um Zug erfolgen.

Von ihrer Zukunftsmusik sind Jürgen Fremd und Uwe Gerber denn auch voll überzeugt. „Der Stadt geht dadurch nichts verloren“, glauben sie. Im Gegenteil: „Es wäre ein Riesengewinn“.

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