Schopfheim „Ein kerngesundes Geschäftsmodell“

„Wir sind kerngesund und unser Geschäftsmodell steht auf einem soliden Fundament“. Mit diesen Worten präsentierte VR-Bank-Vorstand Bernhard Schlageter in der Stadthalle den 101 gewählten Vertretern das Jahresergebnis 2016.

Von Hans-Jürgen Hege

Schopfheim. An Selbstbewusstsein mangelte es dem Bankchef wahrlich nicht, als er den Vertretern die „größten Herausforderungen“ erläuterte, die der Bank das Geschäftsleben schwer machten: Regulatorik durch das komplexe Bankenaufsichtsrecht, die Digitalisierung und vor allem die Niedrigzinsen.

Unter diesen Umständen dürften auch die 11 285 Mitglieder der VR-Bank mehr als zufrieden sein, die statt Negativzinsen drei Prozent Dividende auf ihre Genossenschaftsanteile verbuchen können. Sie hätte noch höher ausfallen können. Doch die Kürzung auf drei Prozent sei eine von vielen Maßnahmen, mit denen die Genossenschaftsbank die „nachhaltige Zukunftsfähigkeit“ sichern will. Sie erlaube unter anderem die laut Schlageter „dringend notwendige“ Aufstockung des Eigenkapitals um jährlich 90 000 Euro.

Seine Vorstandskollegin Ines Niederschuh gab zu verstehen, der Zinssatz von minus 0,4 Prozent als Folge der extrem expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank habe auch das Geschäftsumfeld der VR-Bank geprägt. Sie sei trotz dieser Nullzinsflaute auf Kurs geblieben. Das Geschäftsmodell, das nicht auf Gewinnoptimierung ausgerichtet sei, habe sich bewährt. Die Bilanzsumme stieg um rund 23 auf 445 Millionen Euro, die Forderungen an Kunden stiegen um erfreuliche sieben Prozent. Mehr noch als die Bilanzsumme beeindruckte die Steigerung des betreuten Kreditvolumens um fast 40 auf 952 Millionen Euro. Das betreute Anlagevolumen der Kunden belief sich auf 447 Millionen Euro, das bilanzierte Kundenanlagevolumen nahm um 5,1 Prozent auf rund 324 Millionen Euro zu. Die Neukreditzusagen haben sich laut Ines Niederschuh auf gleichem Niveau wie im Vorjahr bewegt. Die Bank sagte Kredite in Höhe von 78 Millionen Euro zu. Dabei seien Darlehen mit langer Zinsbindung besonders gefragt gewesen. Dass sich das betreute Kreditvolumen um 3,7 Prozent auf 506 Millionen Euro erhöhte, sei, so Niederschuh, ein großer Vertrauensbeweis gegenüber der VR-Bank.

Allerdings sei der Zinsüberschuss aus den bekannten Gründen um 661 000 auf 8,7 Millionen Euro zurückgegangen. Gleichzeitig aber konnte das Geldinstitut den Verwaltungsaufwand um fast 300 000 Euro verringern – deutlich mehr als geplant.

Obwohl das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit um 304 000 Euro unter dem des Vorjahres lag, könne und man mit dem Ergebnis unterm Strich zufrieden sein. Immerhin verbuchte die VR-Bank einen Jahresüberschuss von 1,158 Millionen Euro. So konnte die Bank ihr bilanzielles Eigenkapital um knapp 1,3 Millionen Euro stärken. Es beläuft sich nun auf 45,2 Millionen Euro. Aus dem Jahresgewinn von 560 840 Euro werden weitere 400 000 Euro den Rücklagen zugeführt.

Die Vertreterversammlung leitete Aufsichtsratschef Andreas Philipp, der nach der Bekanntgabe der Prüfberichte den Vertretern empfahl, dem Jahresabschluss, dem Lagebericht und dem Vorschlag zur Ergebnisverwendung zuzustimmen. Das Ergebnis fiel denn auch einstimmig aus.

Die Vertreter wählten Ludwig Asal, Friedrich Brüderlin und Dieter Gebhardt erneut in den Aufsichtsrat der VR-Bank.

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