Ein Konzert mit erstklassigen Mitwirkenden fand in der evangelischen Stadtkirche statt.

Von Georg Diehl

Schopfheim. Die Evangelische Studentenkantorei Freiburg und das „Ars Viva Ensemble“ sind zusammen mit den Solo-Sängerinnen Katharina Persicke und Gudrun Sidonie Otto, mit dem Tenor Hans Jörg Mammel und Dirigent Florian Cramer in Schopfheim und in der nun 125 Jahre evangelischen Stadtkirche keine Unbekannten mehr, da sie schon in mehreren Konzerten ihre musikalischen Qualitäten bewiesen haben.

Das am Wochenende stattgefundene Konzert mit zwei Werken des in Hamburg 1809 geborenen und 1847 in Leipzig gestorbenen Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy bestätigte aufs Neue die Erstklassigkeit aller Mitwirkenden.

Die Studentenkantorei mit ihren über 70 Stimmen und das über 40 Musizierende zählende „Ars Viva Ensemble“ boten die Gewähr für eine Aufführung, die durch die drei Solostimmen ihren Glanz erhielten. Denn die Sopranistin Katharina Persicke hat nach Meisterkursen bei berühmten Sängern in Opernhäusern wie Dresden, Madrid und Bayreuth glänzende Erfolge erzielt.

Die Sopranistin Gudrun Sidonie Otto hat nach Studien in Weimar, Tel Aviv und Basel vor zehn Jahren den ersten Preis in einem internationalen Wettbewerb gewonnen. Ihre Auftritte in deutschen und internationalen Opern- und Konzerthäusern wie Hongkong, Straßburg, Amsterdam, Istanbul und Sydney belegen ihre sängerische Qualität.

Der Tenor Hans Jörg Mammel begann in Stuttgart bei den Hymnus-Chorknaben und ist heute in Berlin, Wien, München, Nantes, Tokio und Warschau zu hören.

Felix Mendelssohn-Bartholdy, der sich schon früh mit den Psalmen des Alten Testaments befasste, schuf die Vertonung des 95. Psalms als Opus 46 im Alter von 29 Jahren. Die Entstehungsgeschichte des Psalms nach der babylonischen Gefangenschaft komponierte Mendelssohn textkonform, indem er sich zahlreicher stilistischer Ausdrucksmittel bediente, die mal die Feierlichkeit oder auch das Dunkle und Klagende betonen. Dazu eigneten sich auch die responsorialen Partien zwischen Solisten und Chor vorzüglich.

Die Sinfonie-Kantate Lobgesang, Opus 52, die Mendelssohn im Alter von 31 Jahren komponiert hatte, wurde zur 400-Jahr-Feier der Erfindung des Buchdrucks am 26. Juni 1840 in der Leipziger Thomaskirche neben Webers Jubel-Ouvertüre und Händels „Dettinger Tedeum“ aufgeführt. Der instrumentale Teil, etwa ein Drittel des Ganzen, mit seinem feierlichen Charakter ist mit seinen punktierten Rhythmen in Händel´scher Manier komponiert und leitet zum Eingangschor der Kantate über. Hier werden die Solostimmen mit deutlicher Akzentuierung dem Chor gegenübergestellt, der schließlich die Sinfonie mit einer groß angelegten Chorfuge schließt.

Dirigent Florian Cramer hatte seine Ensembles in vorbildlicher Weise derart geschult, dass eine Aufführung zustande kam, die ihresgleichen sucht.