Schopfheim Ein Leben für die Chorarbeit

Hans-Jürgen Hege

Eine Ära geht „unwiderruflich“ zu Ende. Nach 45 aktiven Jahren legt Dirigent Herbert Maisch beim Gesangverein Raitbach die musikalische Verantwortung in jüngere Hände.

Von Hans-Jürgen Hege

Schopfheim-Raitbach. Der 76-jährige gebürtige Freiburger, der den „Job“ beim Gesangverein Raitbach im März 1977 auf Bitten vom Vater des heutigen Vorsitzenden Bernd Strittmatter mit dem Vorsatz antrat, den Dirigentenstab für ein Jahr zu übernehmen, will jetzt kürzertreten.

„Aus dem einen Jahr sind 45 geworden“, schmunzelte er beim Pressegespräch in der Festhalle, in der er unzählige großartige Auftritte seiner Männer inszeniert, jährlich die traditionellen Herbstfeste, zwei Jubiläumskonzerte (1988 zum 125-jährigen Bestehen und 2013 zum 150-jährigen Bestehen) und nicht zuletzt die Weihnachts-Events, die alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Musikverein stattfanden, musikalisch zu verantworten hatte.

Vor 20 Jahren war der erste Anlauf zum Rücktritt gescheitert, vor zwei Jahren wurde er wegen der Pandemie aufgeschoben. „Aber jetzt ist es an der Zeit, aufzuhören“, kündigte er den „endgültigen“ Schlussstrich an, der laut Bernd Strittmatter bei der Hauptversammlung Anfang 2023 offiziell gezogen wird.

Letztmals auf der Bühne

Seinen letzten großen Auftritt hat Herbert Maisch beim 40. Herbstfest des Gesangvereins am 8. Oktober in der Halle. Dort werden Lieder gesungen, die die 45-jährige Arbeit des Dirigenten widerspiegeln. Mit von der Partie sind der Gesangverein Hasel, der örtliche Musikverein und die Raitbacher Tanzgruppe „fresche Netten“, die das Herbstfest mitgestalten.

Bei diesem Fest, bei dem Herbert Maisch „mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge“ letztmals auf großer Bühne aktiv sein wird, wird es bei der „kulinarischen Tombola“ natürlich wieder Buurebrot, Lyoner, Speck, Würste und Wein zu gewinnen geben.

Serviert werden Herbstspezialitäten wie Schäufele mit Sauerkraut, Buurebrot, Ziebelewaie, Flammkuchen, neuer Wein und viele andere Spezialitäten, die der Herbst so hergibt. Und selbstverständlich wird Bernd Strittmatter im Laufe des Abends die Arbeit von Herbert Maisch gebührend würdigen.

Dabei wird er an die erste Probe am 3. März 1977 im Gasthaus „Hirschen“ erinnern, an Ausflüge in die Schweiz, nach Österreich oder Frankreich, die der Chor unternommen hat und bei denen Herbert Maisch nicht nur als Dirigent, sondern auch als gewiefter und gut informierter Reiseleiter fungierte.

„Mir hets Spaß g’macht“

Er wird an die Auszeichnungen erinnern, die Maisch vom Verband zu seinen Dienstjubiläen erhielt und an die Ehrungen, mit denen sich der Gesangverein für die Treue seines Dirigenten bedankte, der unzählige Kilometer zwischen seinem Wohnort Lörrach und seiner „Arbeitsstelle“ Raitbach zurücklegte und viel Freizeit in sein Hobby „Gesang“ investierte.

Bernd Strittmatter wird Maisch loben als einen Mann, der es in all den Jahren verstanden habe, seine rund 30 Sänger mit ausgewogenem Liedgut bei Laune zu halten und das Publikum zu beeindrucken. Er habe Kinder für den Chorgesang begeistert und miterlebt, wie aus ihnen aktive Chormitglieder wurden. Und das alles „ohne anzuecken, ohne Differenzen“, betonte Strittmatter.

Herbert Maisch verriet das Rezept, nach dem die Harmonie ungetrübt über 45 Jahre hinweg anhielt: „Mir hets Spaß g’macht – und de Sänger au.“

So einfach kann erfolgreicher Chorgesang sein.

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