Schopfheim Ein Naschwerk gegen das Heimweh

Grüne Woche in Berlin: Fritz Trefzger (rechts) stellte den „Schwarzwälder Kirschstollen“ vor. Foto: zVg Foto: Markgräfler Tagblatt

Mit dem „Schwarzwälder Kirschstollen“ hat Fritz ­Trefzger etwas Neues zum Vernaschen kreiert. Wortmarke und Design hat der Bäckermeister beim deutschen Patent- und Markenamt in München schützen lassen.

Schopfheim. Der Stollen ist der Renner und wird sogar aus Indien angefordert. Ende Januar stellte der Bäckermeister seinen Stollen auf der „Grünen Woche“ in Berlin vor.

Fritz Trefzger war zum dritten Mal in Folge auf der „Grünen Woche“. Er machte den Verbrauchern dort schon Schwarzwälder Bauernbrot und Dinkelbrot mit Korn vom Hof Dinkelberg in Wiechs sowie Schwarzwälder Kirschtorte schmackhaft. Nun wurde der Landesinnungsmeister gebeten, etwas Neues zu konzipieren. Der Bäckermeister sagte zu - vor allem vor dem Hintergrund, dass Deutschland Ende dieses Jahres das Branntweinmonopol aufgeben muss.

„Wir haben aber erreicht, dass die Kleinbrenner weiterhin ihr Brennrecht ausüben dürfen“, berichtet Fritz Trefz­ger. So sei ihm in den Sinn gekommen, „einen kleinen Bruder der Schwarzwälder Kirschtorte“ zu kreieren, den „Schwarzwälder Kirschstollen“.

Mit dem Weihnachtsklassiker, dem Christstollen, hat dieser rein gar nichts zu tun; auch die darin üblichen Zutaten wie Zitronat, Orangeat oder Nüsse werden in der Neu-Kreation nicht verwendet.

Stattdessen sind im Butter-Hefeteig getrocknete Kirschen aus dem Schwarzwald enthalten, getränkt mit Schwarzwälder Kirschwasser eben jener Kleinbrenner, die auf diese Weise ihr heimisches Produkt vermarkten können. „Das kann auch kontrolliert werden“, betont Fritz Trefzger.

Während der Begriff „Schwarzwälder Kirschtorte“ nicht geschützt sei, so ­Trefzger, habe er als Erfinder des „Schwarzwälder Kirschstollens“ diesen Begriff ebenso schützen lassen wie das Design - der Stollen ist nur echt mit dem Bollenhut oben drauf.

Auch dieses Wort habe er schützen lassen; zu seiner Überraschung sei dieser Begriff bislang nicht geschützt gewesen. Der rote Bollenhut ist so das Markenzeichen des Trefzger’schen Stollens („Echt Schwarzwälder“). Und soll augenscheinlich signalisieren: „Ich bin zu haben.“ Wochenlang habe er experimentiert, bis das süße Backwerk das gewünschte Aussehen und den erhofften Geschmack hatte, so Trefzger.

Das Interesse auf der „Grünen Woche“ sei riesig gewesen, erzählt der Bäckermeister. Er habe die Neuheit in Berlin auf der Showbühne am Baden-Württemberg-Stand für den Bäckerinnungsverband Baden vorgestellt. Die Verbraucher seien sogar auf den vorbeiführenden Gängen stehengeblieben, und auch die Politik sei interessiert gewesen. So seien Landwirtschaftsminister Christian Schmidt und Bundestagsabgeordnete zu Besuch gewesen. Das Schwarzwälder Gebäck wurde mittlerweile sogar der Kanzlerin überreicht.

Mittlerweile werde die haltbare Spezialität mit der weiß-dunklen Schoko-Kuvertüre aus ganz Deutschland nachgefragt, berichtet Trefzger stolz. Sie ging schon ins Allgäu und nach Hamburg, und in Bremen isst ein Schwarzwälder den Stollen, um sein Heimweh zu stillen. Sogar aus Indien wurde der Stollen angefordert.

Nachahmer hätten aufgrund des geschützten Markenzeichens indes keine Chance, so Fritz Trefzger. Das Original sei echtes Handwerk, das sich deutlich von industrieller Herstellung unterscheide. Freilich dürften Bäcker in Baden, die einen Lizenzvertrag mit ihm abschließen und sich schulen lassen, den Stollen nachbacken. Allerdings genauso wie von ihm vorgegeben - und unter Geheimhaltung des Rezepts.

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