Schopfheim „Ein Riesen-Vorbild für alle“

Schopfheim - Golddukaten, gelbe Rosen und Applaus von allen: Stadträte und Bürgermeister Dirk Harscher zogen am Montagabend alle Register, um ihrem dienstältesten Kollegen einen würdigen Abschied zu bereiten – dem langjährigen SPD-Fraktionsvorsitzenden Artur Cremans.

„Eine bedeutende Ära geht mit dem heutigen Tag zu Ende“, würdigte Harscher das „großartige Wirken“ des SPD-Stadtrats, der dem Gremium 40 Jahre lang angehört hatte (wir berichteten).

„Kommunalpolitiker mit Leib und Seele“

Es sei ihm eine besondere Ehre, in diesem „historischen Moment“ den „Kommunalpolitiker mit Leib und Seele“ zu verabschieden, betonte das Stadtoberhaupt, der nach eigenen Worten noch gerne ein paar Jahre länger mit diesem „Herzblutpolitiker“ zusammengearbeitet hätte.

Harscher skizzierte die lange politische Laufbahn des scheidenden SPD-Stadtrats und hob besonders dessen „großen Wissensschatz“ hervor. Sein Vorvorgänger Klaus Fleck habe Cremans als „fairen Partner“ und „wertvollen Ratgeber“ geschätzt, Christof Nitz habe ihn als „sozialpolitischen Kämpfer“ beschrieben.

„Wir verlieren eine schillernde Figur der Stadtpolitik“, erklärte Harscher und bezeichnete Cremans als „Vorzeige-Sozialdemokraten“, den eine „große Portion Menschlichkeit“ auszeichne.

Beifall des gesamten Gremiums

Im Namen des Gemeinderats, der Stadtverwaltung und der gesamten Bürgerschaft bedankte sich das Stadtoberhaupt bei Cremans und zeichnete ihn unter Beifall des gesamten Gremiums als Anerkennung für seinen 40-jährigen Einsatz mit dem Golddukaten der Stadt aus.

Für eine nette Geste sorgten die drei CDU-Stadträtinnen Ute Zeh, Marianne Zabel und Heidi Malnati – sie verabschiedeten sich von Artur Cremans mit jeweils einer gelben Rose.

Der war ob der Fülle an Lob und Wertschätzung sichtlich gerührt. „Was soll ich sagen?“, rang er um Worte und fügte scherzhaft hinzu: „Wenn ich demnächst Kopfschmerzen bekomme, dann weil der Heiligenschein klemmt“.

Dank für gemeinsame, bewegte Zeit

Cremans bedankte sich bei der Verwaltung und seinen Ratskollegen für die gemeinsame, „bewegte Zeit“ und rief das Gremium auf, bei noch unerledigten Aufgaben – Ohren an der B 317 sowie Abriss der Uehlin-Häuser – am Ball zu bleiben. Er bat um Nachsicht, falls er, was durchaus geschehen sein möge, irgendwann jemandem „zu sehr auf die Füße getreten sei“. Sprach’s und schloss mit den Worten: „Ich wünsche der Stadt weiterhin eine gute Entwicklung“.

„Mir hän mitenander schwätze chönne“, bedankte sich Jeannot Weißenberger (CDU) bei Cremans. Zwar sei man nicht immer einer Meinung gewesen und es sei mitunter auch „hitzig“ zugegangen, gleichwohl habe der SPD-Fraktionschef vor allem für jüngere Kollegen immer „Orientierung“ geboten.

Hilde Pfeifer-Zäh (Freie Wähler) hob die Verdienste von Artur Cremans hervor, indem sie sich an den Buchstaben seines Namens orientierte. Das A stehe für „allumfassenden“ Sachverstand, das R für „Rhetorik“, das T für „Temperament“, das U für „Ungeduld“, das R für „Respekt“, das C des Nachnamens für lateinisch „curare“ – sich kümmern, das R für „Ratgeber“, das E für „Eskalation“ (manchmal), das M für „Mentor“, das A für „Abschied“, das N für „Netzwerk“ und das abschließende S für „sozial“ und „SPD“. „Wir werden Dich vermissen“, schloss Zäh ihre sehr persönliche Laudatio.

Ernes Barnet (Grüne) meinte, das Verhältnis seiner Partei zur SPD sei schon immer „speziell“ gewesen, manchmal allerdings auch „viel zu angespannt“. Dabei gebe es vor allem sozialpolitisch doch „so viele Gemeinsamkeiten“.

Peter Ulrich, der neue Fraktionschef der SPD, bezeichnete seinen Vorgänger als „Ankerpunkt im Gemeinderat“, den „Kompetenz und eine beneidenswerte Schlagfertigkeit“ ausgezeichnet hätten. „Du warst ein Riesen-Vorbild für uns alle“, verneigte er sich vor Artur Cremans.

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