Ei der Daus: Zum ersten Mal spielt bei der Vorbereitung einer Bürgermeisterwahl in der Markgrafenstadt das Los eine Rolle. Und da kamen bei der Sitzung des Gemeindewahlausschusses am Mittwochabend drei gelbe Plastikhüllen aus Überraschungseiern ins Spiel.

Von Werner Müller

Fotostrecke 7 Fotos

Schopfheim . Doch der Reihe nach: Der Vorsitzende des Ausschusses, Bürgermeister Christof Nitz, eröffnete die konstituierende Sitzung mit dem Hinweis an die Mitglieder des Gremiums (neben der stellvertretenden Vorsitzenden Heidi Malnati auch die Beisitzer Karlheinz Markstahler, Peter Ulrich und Andreas Kiefer), dass sie zur „unparteilichen Ausübung“ ihres Amtes und zur Verschwiegenheit verpflichtet seien.

Die Bewerber

Nitz berichtete sodann, dass für die Bürgermeisterwahl insgesamt sieben Bewerbungen eingegangen seien. Die sechs Kandidaten Thomas Gsell, Dirk Harscher, Roland Matzker, Josef Haberstroh, Fridi Miller und Mandes Lohse hätten vollständige und formal korrekte Unterlagen eingereicht.

Bei einem weiteren Bewerber hingegen seien nicht alle rechtlichen Anforderungen erfüllt gewesen. Vielmehr habe die eidesstattliche Versicherung gefehlt. Darin muss der Bewerber an Eides statt versichern, dass er nicht von der Wählbarkeit ausgeschlossen ist. Man habe dem Betreffenden eine Nachfrist eingeräumt, doch auch diese sei verstrichen, ohne dass die erforderliche Erklärung im Rathaus eingegangen sei, so der Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses. Auf seinen Vorschlag hin beschloss das Gremium deshalb, diese Bewerbung formell von der Wahl auszuschließen und nur die korrekten sechs zuzulassen.

Die Reihenfolge

Und dann schlug die Stunde der Glücksgöttin Fortuna. Denn drei Kandidaten – Gsell, Harscher und Matzker – hatten ihre Unterlagen zwar gleich zu Beginn der Bewerbungsfrist in den Briefkasten des Rathauses gesteckt. Aber da dies an einem Wochenende war, purzelten sie erst am Montagmorgen auf den Tisch im Wahlamt – und zwar gleichzeitig.

„Deshalb muss laut Gesetz zwischen diesen drei Bewerbern das Los über die Reihenfolge auf dem Stimmzettel entscheiden“, erklärte Christof Nitz – und zückte drei gelbe Überraschungseier.

Nachdem Beisitzer Peter Ulrich in diese je einen Zettel mit dem Namen eines Kandidaten gestopft und sie anschließend in eine Urne gelegt hatte, spielte Christof Nitz die Glücksfee und zog die Namen. Als erster schlüpfte jener von Roland Matzker aus dem Ei, dann der von Dirk Harscher und schließlich der von Thomas Gsell. Sie erscheinen in dieser Reihenfolge somit auch auf dem Stimmzettel. An vierter Stelle steht Josef Haberstroh, an fünfter Fridi Miller und an sechster Mandes Lohse.

Die Vorstellung

Der Ausschuss-Vorsitzende gab sodann bekannt, dass die offizielle Kandidatenvorstellung am Dienstag, 25. September, um 19 Uhr in der Stadthalle über die Bühne gehen wird. Dabei sei Platz für maximal 900 Personen. Die Stadtverwaltung zähle die Besucher am Eingang und schließe die Halle, sobald die Höchstzahl erreicht sei.

Die Vorstellung der Kandidaten erfolge gemäß der Reihenfolge auf dem Stimmzettel. Jeder habe Gelegenheit, sich zunächst einzeln zu präsentieren. Die Vorstellung müsse „sachlich“ bleiben und frei sein von „allgemeinpolitischen Ausführen“, betonte Christof Nitz. Auch technische Hilfsmittel wie Beamer seien nicht zulässig.

Von der ursprünglich geplanten Redezeit von 15 Minuten pro Kandidat wich das Gremium auf Vorschlag von Peter Ulrich indes ab: „Zehn Minuten müssten auch reichen“, meinte er und erntete damit einhellige Zustimmung.

Nach der Einzelvorstellung der Kandidaten haben dann die Bürger die Gelegenheit, denselben Fragen zu stellen. Diese Diskussionsrunde soll insgesamt nicht länger als zwei Stunden dauern.

Weitere Informationen: Kandidatenvorstellung am Dienstag, 25. September, um 19 Uhr in der Stadthalle (Einlass ab 18 Uhr).