Schopfheim „Erhebliches Konfliktpotenzial“

Daumen runter: Plänen für eine „Eventhalle“ auf dem Vogelbach-Areal in der Altstadt erteilte der BUT-Ausschuss eine unmissverständliche Abfuhr.

Von Werner Müller

Schopfheim . Der Eigentümer möchte im Erdgeschoss der ehemaligen Fabrikhalle in der Mattenleestraße auf dem Wege einer Nutzungsänderung einen Veranstaltungsraum für Firmenanlässe, private Feiern wie Hochzeiten, Geburtstage oder Konfirmation und Kommunion etablieren. Bis zu 400 Besucher/Gäste sollen in dem 800 Quadratmeter großen Saal Platz finden.

Die Stadtverwaltung wollte dem Vorhaben keine Steine in den Weg legen. Sie erinnerte das Gremium daran, dass der Gemeinderat im Jahr 2011 den Umbau und die Nutzungsänderung des ehemaligen Fabrikationsgebäudes in eine „Freizeithalle“ genehmigt habe. Die damaligen Antragsteller hätten im Untergeschoss eine Indoor-Golfanlage, im Erdgeschoss ein Bowling-Center und im Obergeschoss ein Fitness-Center geplant. Im Laufe des Genehmigungsverfahrens hätten sie die Golfanlage und das Bowling-Center gestrichen, lediglich das – jetzt noch bestehende – Fitnesscenter sei übrig geblieben. Die neuerliche Nutzungsänderung sei planungsrechtlich zulässig, so das Rathaus.

Das überzeugte im BUT-Ausschuss jedoch kaum jemanden. Thomas Kuri (CDU) bezeichnete die Unterlagen als „dürftig“ und gab zu bedenken, welche negativen Begleiterscheinungen Großveranstaltungen mit bis zu 400 Leuten und mindestens 200 Autos in punkto Lärm und Verkehrsaufkommen in der Altstadt mit sich brächten. Kuri erinnerte zudem daran, dass die Eigentümer im Jahr 2017 für das hinter der Halle befindliche Gelände einen städtebaulichen Wettbewerb für eine künftige Bebauung mit Wohnungen und Gewerbe veranstaltet hätten, der allseits großes Lob geerntet habe. Eine große Eventhalle passe da nicht wirklich dazu.

„Erhebliches Konfliktpotenzial“ befürchtete sogar Thomas Gsell. Der SPD-Stadtrat wies darauf hin, dass die Parkplätze für so viele Besucher „hinten und vorne nicht ausreichen“. Von dem Lärm, den 400 Besucher nicht nur bei der An- und Abfahrt verursachen, ganz zu schweigen.

Ganz anders beurteilte indes Andreas Kiefer (Unabhängige) das Vorhaben. „Wir sollten auch mal was anderes zulassen als immer nur Wohnungsbau“, meinte er. Schopfheim sei mittlerweile ja nur noch „eine Baustadt“.

Felix Straub (Grüne) bezweifelte ebenfalls, dass eine große Veranstaltungshalle und ein benachbartes künftiges Wohngebiet gut zusammenpassen. Er wunderte sich, dass sich seit dem Wettbewerb in Sachen Wohnungsbau auf dem 11 000 Quadratmeter großen Areal an der Wiese entlang nichts mehr getan habe.

„Der Investor hat absolut keine Eile“, erklärte Bürgermeister Dirk Harscher.

Das möge ja so sein, entgegnete Thomas Kuri. Aber Eigentum bedeute ja auch noch eine Verpflichtung. Der CDU-Stadtrat schlug vor, die Stadtverwaltung solle beide Vorhaben „städtebaulich so steuern“, dass das eine ohne das andere nicht zu haben ist und sich Nutzungen in der Halle und benachbartes Wohnen in Einklang bringen lassen.

Der Ausschuss lehnte den Eventhallen-Antrag mit große Mehrheit ab. Lediglich Bürgermeister Dirk Harscher und Andreas Kiefer votierten dafür.

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