Schopfheim „Erholungort muss attraktiv bleiben“

Schopfheim-Gersbach / Lörrach - Im Rahmen eines Gesprächs mit Ulrich Höhler, Erster Landesbeamter im Landratsamt Lörrach, erörterten die Vorsitzenden von Tourismus Gersbach, Ann-Kathrin Turnbull und Hartmut Schmidt, mögliche Maßnahmen zur Gefahrenminderung auf der Kreisstraße 6352, die von Schopfheim durch den Höhenort Gersbach nach Todtmoos-Au verläuft.

Anlass hierfür war sowohl die in den letzten Jahren deutlich gestiegene Lärmbelästigung.

Der Verein Tourismus Gersbach (TG) verfolgt seit vielen Jahren das Ziel eines „sanften Tourismus“. Weil sich auch der Landkreis diesem Ziel verpflichtet sieht, erhofft man dessen Unterstützung im Bestreben, bei den Gästen auch künftig mit Ruhe und Erholung im staatlichen Erholungsort Gersbach werben zu können. Diese finde man aber an den Wochenenden der Sommermonate nur noch selten.

In Häusern, die nahe der Ortsstraße liegen, müssen wegen des Motorradlärms Gespräche selbst dann eingestellt werden, wenn Bikergruppen mit erlaubter Geschwindigkeit vorbeifahren. Die Zweiräder seien einfach zu laut. Das gelte noch mehr für „getunte“ Räder, wird im übergebenen Schreiben beklagt, in dem die Sicht von Urlaubern, Radlern, Dorfbewohnern und Wanderfreunden auf eine Entwicklung dargelegt wird, die das Gegenteil des landesweit und auch vom Landratsamt geförderten sanften Tourismus ist.

Würden dem Treiben der Freizeitbiker keine Grenzen gesetzt, gefährde das auch die Bemühungen des Landkreises zur Stärkung des ländlichen Raums. Dieser werde von den hier lebenden Bürgern getragen, die sich aufgrund der oft rücksichtlosen und teils verkehrswidrigen Fahrweise einzelner Biker auf den Straßen zwischen Todtmoos-Au und Schopfheim gefährdet sehen.

Erst vor Tagen sei eine Radlerin bei Überholmanövern derart bedrängt worden, dass sie in einen Graben fuhr, wobei sie sich Verletzungen zuzog. Die nachfolgenden Biker hätten sich für die im Graben liegende Frau nicht interessiert, so der Verein Tourismus Gersbach.

In Bikerkreisen werde diese für alle Verkehrsteilnehmer erbaute Straße mit einer Rennstrecke verwechselt, die nur ihnen allein gehört. Dass seitens des Landkreises mit Steuergeldern zusätzliche Leitplanken zum Schutz stürzender Biker angebracht wurden, begrüße man als lebensschützende Maßnahme. Befürchtet wird allerdings, dass Biker nun geneigt sein könnten, die Grenzen des technisch Möglichen noch weiter auszureizen.

Als Beleg wurden die vielen schrecklichen Unfälle der letzten Saison genannt. Tourismus Gersbach akzeptiert nicht, dass die Interessen und die Gesundheit verschiedener Gruppen von Verkehrsteilnehmern unterschiedlich gewichtet werden und der Spaß einiger Weniger höher angesiedelt sei, als die Bedürfnisse der Dorfbevölkerung und ihrer Gäste.

„Gefährliche Verkehrssituation“

Der Erholungsort Gersbach müsse für Ruhesuchende und Freunde einer offenen, vielseitigen, von Landwirten gepflegten Kulturlandschaft attraktiv bleiben. Das beinhaltet das Angebot der Ruhe. Diese dürfte nicht dem lärmenden Freizeitvergnügen geopfert werden.

Seitens der Radverkehrsbeauftragten des Landkreises wird die Verkehrssituation auf der Kreisstraße 6352 generell als gefährlich eingestuft. Das gilt nach Einschätzung bei Tourismus Gersbach besonders für Radler, für die es keine durchgehende Radverbindung gebe.

Durch ungezügelt fahrende Biker werde die Gefahrenlage dramatisch verschärft. Tourismus Gersbach bat den Vertreter des Landratsamtes deshalb eindringlich, im Bestreben eines gleichberechtigten, rücksichtsvollen Miteinanders alle Möglichkeiten zu prüfen, die zu einer Entlastung führen können, sei es durch Schilder, das Aufbringen einer Fahrradspur oder Geschwindigkeits- und Lärmkontrollen.

Tempolimits und konsequente Kontrollen an Wochenenden könnten dazu beitragen, Unfälle und die Gefährdung Unbeteiligter zu verringern. Ulrich Höhler zeigte Verständnis. Man werde sich für praxisnahe Lösungen einzusetzen. Aktuell setze man auf Appelle und stelle weitere Hinweisschilder auf.

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