Schopfheim Fahndung auf eigene Faust

Maximilian Müller
Obacht heißt es beim Einsatz privater Überwachungskameras. Foto: Pixabay

Mit Bildern und einem Video wurde „privat“ im Internet nach Verdächtigen gefahndet. Der Polizei selbst lagen die Aufnahmen wohl nicht vor. Doch auch ohne diese haben Ermittler nun drei Verdächtige gefasst.

Ein Video und Bilder, die mit Aufbrüchen an Autos und dem Entwenden einer Überwachungskamera in der Nacht auf Dienstag, 21. Mai, in Zusammenhang gebracht werden, kursieren derzeit in den sozialen Medien. Verbunden sind Bilder und Videos mit dem Aufruf, Hinweise der Polizei zu melden. Vier Unbekannte hätten in dieser Nacht versucht, in der betreffenden Straße Autos und Häuser aufzubrechen, heißt es weiter.

Im Polizeibericht zu dem Vorfall ist von mindestens zwei Fahrzeugen die Rede. Zudem liefen die Unbekannten durch mehrere Gärten und entwendeten eine Überwachungskamera. In der gleichen Nacht seien auch zwei Fahrräder aus einem Gartenschopf, der nicht abgeschlossen war, in der Langgasse entwendet worden. Darüber hinaus seien aus der Garage des Grundstücks zwei leere Koffer gestohlen worden.

Recht am eigenen Bild – auch für Tatverdächtige

Von der Veröffentlichung solcher Bildern und Videos sollte man als Privatperson lieber die Finger lassen und damit zur Polizei gehen, sagt Pressesprecher Thomas Batzel vom Polizeipräsidium Freiburg auf Anfrage unserer Zeitung. Denn auch Tatverdächtige hätten ein Recht am eigenen Bild und könnten gegen eine Veröffentlichung vorgehen. Verstöße gegen das sogenannte Kunsturheber-Gesetz könnten eine Geld- und sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr nach sich ziehen.

Selbst für die Polizei gibt es Hürden, wenn sie auf der Suche nach einem Täter oder einer vermissten Person mit Bildmaterial an die Öffentlichkeit gehen. Bei vermissten Personen brauche es die Zustimmung der Angehörigen, bei der Fahndung nach Tätern müsse die Staatsanwaltschaft grünes Licht geben, klärt Batzel auf. Auch wer als Privatperson Überwachungskameras einsetzt, sollte sich zuvor kundig machen, welche Bereiche er filmen darf. Denn in der Regel dürfe man nur das eigene Grundstück filmen – öffentliche Straßen und Nachbargrundstücke aber nicht.

Polizei greift Verdächtige auf –ohne Hilfe von Fotos

Bereits zwei Tage nach der Tat seien der Polizei übrigens zwei verdächtige Jugendliche am Bahnhof Schlattholz gemeldet worden. Die Polizei schnappte die beiden und verdächtigt sie nun, für die oben genannten Taten verantwortlich zu sein. Zwischenzeitlich habe sich sogar noch ein Heranwachsender als weiterer Tatverdächtiger herauskristallisiert, sagte Batzel. Das Bildmaterial aus den sozialen Medien habe der Polizei übrigens nicht vorgelegen. Die Ermittlungen dauern noch an.

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