^ Schopfheim-Fahrnau: Musik begleitet ein Leben lang - Schopfheim - Verlagshaus Jaumann

Schopfheim-Fahrnau Musik begleitet ein Leben lang

Marianne Rittner
Eckart Meinel Foto: Marianne Rittner

Seit 40 Jahren steht Eckart Meinel als Organist im Dienst der evangelischen Kirchengemeinde und spielt die Orgel in der Matthäuskirche.

Im Gespräch mit unserer Zeitung fällt auf die Frage hin, wie es zu seinem langen Engagement kam, wiederholt das Wort „Glück“. Den Umstand, dass er in jungen Jahren mit dem Klavierunterricht beginnen durfte, dann in den Thomanerchor in Leipzig aufgenommen wurde, bis zur Rente als Lehrer in Schopfheim arbeiten und seine Tätigkeit für die evangelische Kirchengemeinde Schopfheim-Fahrnau aufnehmen konnte, versteht Meinel als glückliche Fügung.

Talent früh entdeckt

Der passionierte Musiker und Historiker versteht es von seinem bewegten Leben zu erzählen. 1939 wurde er in Waldheim in Sachsen geboren und wuchs in Leipzig auf. Das Orgelspiel erlernte er in den Wirren der Nachkriegszeit. Seine Klavierlehrerin entdeckte früh das außerordentliche Talent des Jungen und schlug den Eltern vor, ihn zur Aufnahmeprüfung für den Thomanerchor in Leipzig anzumelden.

Eckart Meinel bestand die Prüfung und wurde mit elf Jahren in den Chor, der heute noch Weltruf genießt, aufgenommen. Der Alltag im Alumnat war streng geregelt, täglich wurde mehrere Stunden geprobt, Konzertreisen wurden unternommen und jeder Sänger hatte Unterricht am Klavier. Der damalige Kantor inspirierte Meinel dazu, sich selbst an der Kirchenorgel auszuprobieren. Wenn er an die Orgelwerke von Buxtehude, Bach oder Brahms denkt, an César Franck oder Olivier Messiaen, gerät er ins Schwärmen.

Die Zeit im Alumnat fand ein jähes Ende, als die Familie angesichts der immer bedrängender werdenden Lage in der DDR beschloss, nach Westdeutschland zu fliehe, um dem Regime zu entkommen. 1955 folgte die Familie dem Vater, dem zuerst der Grenzübertritt gelang, nach Freiburg, wo Meinel das Abitur machte.

Sehr gelegen kamen dem Musiker Anfragen aus der Kirchengemeinde, die Gottesdienste an der Orgel zu begleiten. Später, als Student, übernahm er das Amt als Organist in der Markuspfarrei in Freiburg. Er brachte sich selbst das Dirigieren bei und stieg auch als Chorleiter für den Kirchenchor ein.

Musikalische Ehe

Während des Studiums in Freiburg lernte er seine Frau Ute kennen. Die Musik verbindet das Ehepaar bis heute. Seine Frau sang damals im renommierten Bachchor und spielt heute noch Querflöte. Sie folgte ihm nach dem Staatsexamen 1966 nach Lörrach. Auf das Referendariat hin fand Eckart Meinel eine Anstellung als Lehrer im Theodor-Heuss-Gymnasium in Schopfheim. Dass er dort mit großem Engagement bis zu seiner Pensionierung 2002 arbeiten konnte, bezeichnet er als „großen Glücksfall“.

Nebenberuflich half Meinel zunächst in Wieslet dann in Zell als Organist aus. Vor 40 Jahren übernahm er sein Amt an der Orgel der Matthäuskirche. Mit großer Freude berichtet er über die lebendige und fruchtbare Zusammenarbeit mit anderen Musikern aus der Region, durch die viele Konzerte, Abendmusiken oder Projekte mit Schülern möglich waren. Zehn Jahre lang leitete Meinel den Singkreis in Hausen. Im Ruhestand mit 65 Jahren entschloss sich der Laienmusiker die C-Ausbildung für Kirchenmusiker aufzunehmen, die er mit erfolgreicher Prüfung an der Orgel und als Chorleiter abschloss.

Eckart Meinel möchte seinen Dienst als Organist gerne fortführen. Zur Kirchengemeinde bestehe ein gutes Verhältnis und bisher lasse es die Gesundheit zu. Und auch hier wieder kommt seine positive Einstellung zum Tragen: „Dass das bis zu diesem Alter so gut möglich war, dafür kann man nur dankbar sein.“

Am Pfingstsonntag, 19. Mai, wird Eckart Meinel in Fahrnau in einem Gottesdienst mit besonderer Musik um 10 Uhr und mit einer Feier im Gemeindesaal gewürdigt.

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