Schopfheim Faire Chance fürs Abi wird erhofft

Markgräfler Tagblatt, 16.04.2018 22:00 Uhr

Schopfheim. Es ist die Zeit des Zitterns, für manche die des Bangens, für alle die Zeit des Daumendrückens: die Zeit der schriftlichen Abiturprüfungen. Am THG stehen 97 Schüler kurz davor. Am Mittwoch, 18. April, geht es für alle mit der schriftlichen Prüfung in Deutsch los.

Von Petra Martin

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Schopfheim. Daumen drückt auch Studiendirektorin Birgit Müller. Die stellvertretende Schulleiterin hat mit ihrem Team alle Hände voll zu tun, um den Ablauf der Prüfungen so gut wie möglich vorzubereiten.

Diesmal finden die schriftlichen Abiturprüfungen in drei aufeinanderfolgenden Wochen statt. Alle Schüler, übrigens allesamt G 8, denn die G 9-Schüler sind erst in Klasse neun, müssen neben der Deutschprüfung eine schriftliche Prüfung in Mathematik über sich ergehen lassen sowie eine schriftliche Prüfung in einer Fremdsprache absolvieren.

Nach dem Deutschtest, der stets zum Auftakt des schriftlichen Prüfungsreigens ansteht, ist am Freitag, 20. April, die große Englischarbeit abzuleisten. Dann geht es am Montag, 23. April, mit Gesellschafts- und Naturwissenschaften sowie Sport und Kunst weiter. Am Dienstag, 24. April, steht die schriftliche Spanischprüfung auf dem Programm. Französisch ist am Mittwoch, 25. April, an der Reihe. Auf die Matheprüfung müssen alle lange warten: Sie findet erst am 2. Mai statt, also einen Tag nach dem 1. Mai-Feiertag.

Die Zeit der schriftlichen Prüfungen zieht sich also. „Dass Mathe so spät dran ist, ist ungewöhnlich“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Birgit Müller. Geschuldet ist das einem Versuch: Mehrere Bundesländer kooperieren hier, und die Hauptfächer werden an denselben Tagen geprüft. Es gibt einen Aufgabenpool, in den jedes beteiligte Bundesland Aufgaben „hineingibt“ und sich umgekehrt auch der Aufgaben bedient. Ziel solle sein, das Abi vergleichbarer zu machen, erläutert Birgit Müller.

Und so gibt es auch für die Hausmeister viel zu räumen. Dadurch, dass zwischen den Prüfungen immer prüfungsfreie Tage liegen, muss immer wieder viel auf- und zurückgebaut werden. Den Hausmeistern gelte deshalb auch ihr besonderer Dank, sagt Birgit Müller, die eine Besonderheit am Gymnasium hervorhebt: Die Prüfungen finden nicht in der Turnhalle oder in der Mensa statt. „Bei uns wird im Klassenzimmer geschrieben.“

Die Schüler schätzten die geschützte Atmosphäre. Platz sei genug, denn während im regulären Unterricht 30 Schüler im Klassenzimmer Platz finden, so sind es bei den Abi­prüfungen lediglich bis zu 20. Jeder Schüler hat einen Doppeltisch für sich zur Verfügung, und zwischen den Tischen ist Abstand vorhanden.

Englisch ist übrigens mit Abstand die meist gewählte Pflichtprüfung im Fremdsprachenbereich. Von den 97 Abiturienten absolvieren 94 die Englischprüfung. Wer gut in Fremdsprachen ist, kann sich auch in zweien prüfen lassen: 54 Schüler haben sich für eine Französischprüfung entschieden, zehn für Spanisch.

Die Kommunikationsprüfungen in den Sprachen seien schon abgelegt, die fachpraktische Prüfung in Kunst sei vor den Osterferien auch schon erfolgreich gelaufen, teilt Birgit Müller mit. Die mündlichen Prüfungen hingegen seien so spät wie noch nie: „Fertig sind wir am 3. Juli. Auch das ist dem Verfahren geschuldet, das Abi vergleichbarer zu machen“, so die Abi-Koordinatorin, bei der alle Fäden zusammenlaufen - sprich: das operative Geschäft ist das Ihre.

28 Lehrer werden Erstkorrekturen vornehmen und entsprechend auch Zweitkorrekturen. Sie haben zudem bis zu 75 Aufsichtsstunden. Auch das Sekretariat arbeite mit Volldampf, um sämtliche Papiere und Mappen vorzubereiten, berichtet Birgit Müller. Es sind die ersten Abiprüfungen, die in der Amtszeit der neuen Schulleiterin Claudia Tatsch am THG als Vorsitzende über die Bühne gehen.

Die Schüler seien schon gut präpariert gemäß der Devise, nicht erst an den Wochenenden vor den Prüfungen aktiv zu werden, sondern von Anfang an gut mitzulernen. Zudem bereiten sie schon die festliche Abifeier am 7. Juli in der Stadthalle und die Abizeitung vor.

Jetzt hoffen Birgit Müller und ihr Team genauso wie die Schüler nur auf eines: Wenn an den Prüfungstagen die Umschläge mit den Aufgaben geöffnet werden, sollten diese unmissverständlich formuliert und somit gut lösbar sein. „Die Schüler sollen eine faire Chance erhalten.“