Schopfheim Farbenspiel mit Rekordgarantie

Schopfheim - Das reinste Farbenspiel hat der bevorstehende Superwahlsonntag zu bieten. Das gilt nicht nur im parteipolitischen Sinne, wo das Farbspektrum von Schwarz über Gelb und Grün bis Rot reicht. Reichlich bunt (Grün, „Eosinrot“ und „Chamois“) kommen ebenso die vielen Stimmzettel und Briefumschläge daher, mit denen Wähler und Organisatoren zu kämpfen haben.

Auch im Rathaus können sie ein Lied davon singen, hat dort doch längst „die heiße Phase“ der Vorbereitung auf den „Superwahlsonntag“ begonnen, wie Marcus Krispin (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Wahlleiterin Daniela Wieburg und Fachgruppenleiterin Anja Becker-Nicolai von der Stadtverwaltung berichten.

Gleich drei Wahlen (Europa-, Kreistags- und Gemeinderatswahl) stehen am 26. Mai auf dem Programm – mit der für den Ortschaftsrat sind es sogar deren vier.

Viele Jungwähler

In der Markgrafenstadt dürfen 15 691 (2014: 15 394) Wahlberechtigte über die Zusammensetzung des neuen Stadtparlaments bestimmen, 15 773 sind zur Wahl des Kreistags und 14 374 zu jener des Europaparlaments aufgerufen. Zu ersten Mal ihr Wahlrecht ausüben dürfen 1887 junge Leute, davon sind 959 unter 18 Jahre alt - doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren.

Auch bei den bevorstehenden Mehrfachwahlen setzt sich ein Trend der letzten Jahre fort: Die Zahl der Briefwähler steigt und steigt. Bislang haben (Stand 15. Mai) in Schopfheim schon 2400 Bürger ihre Stimmen abgegeben – absoluter Rekord, und das zehn Tage vor der Wahl. 2014 waren es gerade mal 1652 Briefwähler – nach Schließung der Wahllokale.

Bis zu 22 Stimmen

Um die 22 Sitze im Gemeinderat kämpfen in der Markgrafenstadt bekanntlich fünf Listen (CDU, SPD, Grüne, Unabhängige und Freie Wähler) mit insgesamt 100 Kandidaten. Zur Wahl des Kreistags treten sechs Listen an – CDU, SPD, Freie Wähler, Grüne, FDP und AfD. In den Teilorten gibt es für die Ortschaftsratswahlen insgesamt elf Listen – jeweils zwei in Eichen und Kürnberg, je eine in Enkenstein, Gersbach, Langenau, Raitbach und Wiechs.

Bei der Stimmabgabe haben es die Wähler am einfachsten bei der Europawahl – da ist nur eine Stimme zu geben. Bei der Gemeinderatswahl sind es deren 22.

Riesenaufwand

Ein Berg von Arbeit kommt auf die Helfer in den 24 Wahlbezirken (20 allgemeine und vier für Briefwahlen) vor allem nach Schließung der Wahllokale zu, wenn die Auszählung beginnt. Als erstes müssen sie am Sonntag ab 18 Uhr das Ergebnis der Europawahl ermitteln. Wahlleiterin Daniela Wieburg rechnet damit, dass dies bis spätestens 20 Uhr vorliegt. Dann ist erst einmal Feierabend.

Am Montagmorgen steht die Auszählung der Kreistagswahl auf dem Programm. Dann folgt die Gemeinderatswahl, deren Ergebnis am späten Nachmittag zu erwarten ist. Zum Schluss ist schließlich die Ortschaftsratswahl an der Reihe.

Für den zweitägigen Einsatz bekommen die 216 Wahlhelfer – hauptsächlich Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie 29 freiwillige – eine Entschädigung von insgesamt 100 Euro. Außerdem versorgt sie die Stadt mit Essen und Trinken. „Das ist insgesamt ein Riesenaufwand“, betont Marcus Krispin und verknüpft dies mit einem Dankeschön an alle Wahlhelfer.

Im Wahlbezirk 081-07 (IHK-Bildungszentrum) steht die Stimmabgabe übrigens unter einem besonderen Vorzeichen. Dort erhalten die Wahlberechtigten einen Stimmzettel, auf dem sie Angaben zu ihrem Geschlecht und ihrem Alter machen müssen. Das Statistische Landesamt wertet dies anschließend für eine repräsentative Wahlstatistik aus. Wählen auf einem normalen Stimmzettel ist in diesem Wahlbezirk nicht möglich. Wer von den 799 Wahlberechtigten in diesem Bezirk an der statistischen Erhebung nicht mitmachen will, muss Briefwahl beantragen.

Bei der Bekanntgabe der Wahlergebnisses bleibt die Stadtverwaltung ihrem gewohnten Verfahren treu. Das EDV-Team präsentiert Stimmenzahlen und Prozente an beiden Tagen jeweils ab 18 Uhr im Rathaussaal und veröffentlicht sie parallel dazu im Internet (www.schopfheim.de).

Die Organisatoren weisen darauf hin, dass die Abgabe von Briefwahlunterlagen am Wahlsonntag noch bis um 18 Uhr im Rathaus möglich ist. Bei plötzlicher Erkrankung (Attest) können Bürger am noch bis 15 Uhr einen Wahlschein beantragen.

Welche Wahlbeteiligung?

Wer wählen kann und will, hat also von der organisatorischen Seite her noch Chancen genug. Fragt sich bloß, wie viele Wahlberechtigte den Weg zur Urne finden. Vor fünf Jahren war die Quote nicht gerade berauschend: Für den Gemeinderat machten 44,5 Prozent ihre Kreuzchen, für den Kreistag 44,3 und fürs Europaparlament 47,5 Prozent.

Alle Dienststellen im Rathaus bleiben am Montag, 27. Mai, wegen der Stimmenauszählung für Kreistags-, Gemeinderats- und Ortschaftsratswahl geschlossen.

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