Schopfheim - November – der Monat, der mit Allerseelen beginnt und mit dem Totensonntag seinem Ende entgegen geht.

Was lag da näher, als dass die Ambulante Hospizgruppe Schopfheim, das Bildungswerk der Katholischen Kirchengemeinde Mittleres Wiesental, die Evangelische Erwachsenenbildung und die Ökumenische Krankenhausseelsorge einen Abend zum Thema „Sterben“ gestalteten. Der Besucherandrang im katholischen Gemeindehaus Schopfheim gab ihnen recht.

Pfarrerin Christiane Bindseil, promovierte Theologin und Klinikseelsorgerin in Tübingen, las aus ihrem Buch sechs zwar fiktive, aber dennoch wahre Geschichten über Lebensenden vor, die nicht nur von Traurigkeit und Ängsten geprägt sind, sondern auch den friedlichen Seiten des Abschieds Raum lassen.

Pianist Michael Donkel griff die Stimmung musikalisch kongenial auf und gab damit dem Auditorium die Möglichkeit, zwischen den Lesungen das soeben Gehörte zu verarbeiten und die Gedanken wandern zu lassen.

Nicht alle Berichte waren so heiter wie die des 60-jährigen Paul Fichtner, der mit seinem Ausspruch („Mir geht es gut, ich sterbe gerade“) dem Buch seinen Titel gab. Er fühlte sich geborgen im Kreis seiner Familie und genoss ihre lebhafte Anwesenheit und liebevolle Anteilnahme an seinem Sterbebett.

Aber auch alle anderen Texte ließen erkennen, dass es wichtig ist, die Besonderheit und Einmaligkeit des gelebten Lebensendes zu betonen, als Gegenentwurf zur viel diskutierten Sterbehilfe. Die zur Lesung ausgewählten Titel gingen auf folgende Themen ein: Strategien gegen die Angst – der Zeitpunkt des Ablebens – das (nicht) wahrhaben wollen/können der eigenen Endlichkeit – Lebensbilanz – gegenseitige Schonung – Geborgenheit.

Es war ein besonderer Abend mit einer überaus präsenten Vortragenden, einem einfühlsamen Musiker und einem aufmerksamen Publikum.