Schopfheim Frischzellenkur für 1,6 Millionen

Markgräfler Tagblatt, 18.11.2016 00:00 Uhr

Zweieinhalb Monate schufteten Handwerker im Rewe-Markt hinter verschlossenen Türen. Am Mittwoch gingen sie wieder auf – und schnell war Kunden und geladenen Gästen klar: Das Einkaufszentrum ist kaum wiederzuerkennen. Schopfheim (hjh). Der von Grund auf modernisierte Markt lädt jetzt zu einem Bummel durch breite, rollstuhlgerechte Gassen ein, vorbei an 35 Meter langen Frischeregalen und einer 24 Meter langen Fisch-, Käse-, Fleisch- und Wursttheke. Der Kunde hat die Wahl zwischen Weinen aus aller Welt und Spirituosen jeder Geschmacksrichtung. Eingeladen zu diesem „virtuellen Rundgang“ hatte Verkaufsleiter Dieter Appenzeller, der Herr über weitere 99 Rewe-Märkte in Süddeutschland, anlässlich der Wiedereröffnung. Er machte seinen Gästen den Einkauf auch mit dem Hinweis schmackhaft, dass der frisch herausgeputzte Markt auf der Gänsmatt mit seinen knapp 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche über 20 000 Artikel, darunter über 500 mit dem Bio-Siegel, feil bietet. Neu sei unter anderem die elektronische Preisauszeichnung, die sicherzustellen helfe, dass in den Regalen und an der Kasse immer die aktuellen Preise zu finden sind, betonte Dieter Appenzeller. „Dieses doch in die Jahre gekommene Gebäude wurde in allen Bereichen grundsaniert und um über 200 Quadratmeter erweitert“, berichtete der Verkaufsleiter weiter. Es sei mehr als bemerkenswert, was hier in relativ kurzer Zeit von den Teams um Bezirksmanager Andreas Hermann und Marktleiter Andreas Geiß entstand. Allein in die Ausstattung habe Rewe rund 1,6 Millionen Euro investiert. „Damit haben wir den Markt auf den Stand gebracht, den sie ab heute hier sehen“, beschrieb Appenzeller die Frischzellenkur nicht ohne Stolz. Im Eingangsbereich des neuen Rewe lädt „Kaisers Gute Backstube“ zum Verweilen ein. Birgit Kaiser stellte ihren „Familienbetrieb in dritter 20 000 Artikel im Regal Generation“ vor und betonte, dass die Backstube im Rewe-Markt mit 25 Sitzplätzen eine von Filialen sei, die insgesamt 450 Mitarbeiter beschäftigen. Sie versicherte außerdem, dass die Backstube sämtliche Waren täglich frisch produziere. Bürgermeister Christof Nitz fand lobende Worte für die „sehr angenehme Welt“ im Markt, die bei „deutlich einfacherer Bedienung zum Einkaufen einlädt.“ Er gratuliere zu der gelungenen Investition, die durchaus Sinn mache. Denn in einer Stadt, die weitere gute Märkte in ihren Mauern wisse, komme kein Unternehmen darum herum, nachzuziehen, um im Geschäft zu bleiben. „Sie haben sicherlich zuvor eine Marktanalyse gemacht und haben festgestellt, dass Schopfheim sich gut und schnell entwickelt“, sagte Nitz. Rewe habe im Vorfeld der Maßnahme viele Gespräche geführt, um Vermieter, Banken und die Stadt davon zu überzeugen, dass Änderungen unumgänglich seien. Ein wenig Eigennutz sei dabei, wenn er sich nun über die Neueröffnung freue, bekannte der Bürgermeister mit Blick auf die städtische Initiative, dem Kreis „ganz in der Nähe“ einen Standort für das neue Zentralklinikum anzubieten. Im Aufsichtsrat der Klinik GmbH sei bereits schon einmal Thema gewesen, dass es in der Nachbarschaft des neuen Krankenhauses auch entsprechende Einkaufsmöglichkeiten geben sollte. Für die Stadt sei es deshalb durchaus ein Pluspunkt, auf die Gänsmatt mit ihrem vielfältigen Angebot vom Tanken über die Autowäsche und Mode bis hin zum Einkaufszentrum hinweisen zu können. Sprach’s und machte sich gemeinsam mit den anderen Gästen –­ musikalisch begleitet von der Friedrich-Ebert-Schulband – auf einen Rundgang durch die Marktgassen, der am ausladenden Büffet endete, das die Marktleitung hatte springen lassen, um mit Kunden, Handwerkern und den eigens aus Hamburg angereisten Vertretern der Eigentümer die Modernisierung feiern zu können.

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