Schopfheim (hf). Mit der feierlichen Übergabe der Zertifikate und Ausweise wurde am Mittwoch die Ausbildung der diesjährigen Friedensstifter der Friedrich-Ebert-Schule abgeschlossen. Damit sind an der Schule aktuell 22 Friedensstifter im Einsatz.

Verantwortlich für Planung, Organisation und Weiterentwicklung der Ausbildung und Praxisbegleitung sind Gemeindediakonin Lena Zacheus und die Schulsozialarbeiter Katharina Hummelbrumm und Thomas Haug. In den Jahren seit Bestehen des Programms haben die Schulsozialarbeiter in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde insgesamt 66 Schüler als Friedensstifter ausgebildet.

Die Friedensstifter haben keine Ausbildung in Mediation (Konfliktklärung und –schlichtung) durchlaufen und sind somit nicht für Streitschlichtungen zuständig. „Vielmehr sind sie dafür sensibilisiert, verschiedene und vor allem frühe Formen von Gewalt zu erkennen, zu benennen, gewaltfrei zu stoppen und wenn nötig Hilfe zu holen“, erklärte Thomas Haug bei der Übergabe der Zertifikate an die neuen Friedensstifter.

Bei dem früheren Konzept der Streitschlichter hätten sich die Schüler häufig überfordert gefühlt und zu hohe Erwartungen an sich selbst gestellt. Im neuen Konzept der Friedensstifter fühlen die Schüler sich gemeinsam mit anderen dafür verantwortlich, dass niemand in der Schule Angst haben muss und dass es weniger Gewalt in Worten und Taten gibt. Damit haben sie eine Vorbild- und eine Brückenfunktion. Sie können Schüler auf dem Schulhof ansprechen, denen es nicht gut geht, die ausgegrenzt werden oder in Konflikten stecken. Sie können sie zum Beratungslehrer oder zu den Schulsozialarbeitern begleiten oder diesen Kontakt herstellen.

In regelmäßigen Friedensstifter-Teamtreffen lernt man sich untereinander noch besser kennen, arbeitet spielerisch an Themen und teilt Beobachtungen und Erfahrungen miteinander und mit den Schulsozialarbeitern und der Diakonin. Den neuen Friedensstiftern stehen auch sogenannte „Teamer“ zur Seite, erfahrene Friedensstifter, die schon über praktische Erfahrung verfügen und die schon bei der Ausbildung dabei sind, damit der menschliche Kontakt erleichtert wird.

In der Ausbildung wird besonderes Gewicht darauf gelegt, dass man die verschiedenen Formen von Gewalt (häusliche und sexuelle Gewalt) erkennen kann und Maßnahmen entwickelt, wie ihr zu begegnen ist. In der Ausbildung legte Thomas Haug Wert auf die Feststellung, dass die Friedensstifter in einer solchen Konfliktsituation nicht allein sind, sondern dass es immer bei den anderen Friedensstiftern, den Schulsozialarbeitern oder im Kollegium Menschen gibt, an die man sich um Hilfe wenden kann.

Die Schulsozialarbeiter Katharina Hummelbrumm und Thomas Haug haben ihr Büro an der Friedrich-Erbert-Schule im Raum 16a und sind erreichbar unter Tel. 07622/ 673336.