Schopfheim Für einen guten Zweck den Saal gerockt

Schopfheim (hjh). „Witzig, charmant, intelligent - einfach große Klasse“ - Stefan Klever, der aktuelle Präsident des Kiwanis-Club Wiesental, war begeistert. Jennifer und Jessica, die Damen der „Fetscher-Family“, hatten ihn mit ihren tollen Stimmen um den Finger gewickelt. Und Reinhold, ihr wortgewandter, kalauernder Vater, besorgte in dem zweieinhalbstündigen Benefiz-Programm den Rest. Zusammen rockte das Trio die Bühne der THG-Aula. Die Begeisterung, mit der die „zähnefletschende“ Pädagogen-Familie am Ende nach ein paar Zugaben und mit rauschendem Beifall entlassen wurde, sprach Bände.

Vor dem Klamauk mit Tiefgang erinnerte Stefan Klever die 200 Gäste noch einmal daran, dass der komplette Erlös des Abends einschließlich der Einnahmen aus dem Verkauf von Speisen und Getränken ohne Abzüge dem Kinderschutzbund und dem Dikome-Verein zu gleichen Teilen zur Verfügung gestellt werde. Heidi Schmieding, die Vorsitzende des Kinderschutzbunds, stellte das umfangreiche Angebot ihres Vereins vor und versicherte den Veranstaltern, dass die Spende des Kiwanis-Clubs den Vorgaben entsprechend eingesetzt werde.

Helfried Heidler nutzte die Gelegenheit, die Arbeit seines Vereins in Kamerun zu erläutern, die mit der Kaffeevermarktung begann. Vor sechs Jahren entstand schließlich das Projekt „Schule für alle“.

Den Fetschers machte es Spaß, umsonst, aber auf keinen Fall vergebens für den guten Zweck auf der Bühne zu stehen, zu singen, zu witzeln und einigen Zeitgenossen spöttisch den (Eulen-)Spiegel vorzuhalten. Die beiden Mädchen waren in Sachen Umwelt auf der Höhe der Zeit, kritisierten die „Krötenwanderung nach Griechenland“ und trauerten den Milliarden nach, die auf Nimmerwiedersehen in Richtung Olymp verschwinden.

Dem Gewerbeverein, der Angst um seine Moneten hat, weil Bürgermeister Christof Nitz bei der Tour de Pfännle in die Pfanne gehauen wird, empfahlen die Kabarettisten den „griechischen Grill“, der ohne Kohle brenne. sie warnten vor den „Motzart“-en der Gemeinderäte und wagten einen Seitenhieb in Richtung Limburg, wo der ehemalige Bischof, der inzwischen zum Chefredakteur der Zeitschrift „Schöner wohnen“ avanciert sei, nach dem Grundsatz „Luxusbad statt Zölibat“ ein angenehmes Leben führte und mit einer veränderten Silbenbetonung - statt Gebet sagte er gebet - seine Schäflein an der Nase herum führte.

„Was soll man von den chaotischen Zuständen in den Ländern der Dritten Welt halten?“, wollte Reinhold Fetscher, der Mann mit dem „Waschbrettbauch im Speckmantel“ wissen. Seine Töchter gaben die Antwort: „Bloß nicht den Mund!“ Und danach richteten sie sich auch in der Folge. Sie tadelten die Kanzlerin eines „ausgemerkelten“ Landes, besetzten die Regierung neu mit Schauspielern und Sängern der Marke „Depp“ und attestierten dem Bürgermeister des „Benefiz-Lustkurorts Bad Schopfheim“, ein verkappter Eventmanager im Körper eines Bürgermeisters zu sein.

Vieles im Programm der Fetschers war zugeschnitten auf den Anlass, entsprach also ganz aktuell den Anforderungen an ein „Kiwanis-Zähnefletscher-Festival“ mit gelungenen Seitenhieben auf die große und kleine Politik, bei dem im Lauf eines amüsanten Abends alles aufkam, nur keine Langeweile. Diese Erkenntnis nahm das Publikum, das die Idee zu diesem Event dem Direktor des THG, Wolfgang Stocker, zu verdanken hatte, sicherlich gerne mit nach Hause. Zusammen mit der Erkenntnis, lachend ein gutes Werk getan zu haben.

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