Schopfheim Fürs Klima „auf die Hinterbeine stellen“

Werner Müller

Schopfheim  - Sommer mit Rekordhitze. Winter ohne Schnee: Der Klimawandel zeigt seine Krallen. Das weiß mittlerweile (fast) jedes Kind. Doch mit der Erkenntnis allein ist es nicht getan. Die Frage ist vielmehr: Was kann jeder Einzelne gegen die Klimakrise tun?

Genau da setzt die VHS jetzt den Hebel an. Zum ersten Mal nimmt sie im Sommersemester in ihr Programm den Kurs „#klimafit – Klimawandel vor unserer Haustür und was kann ich dagegen tun?“ ins Programm auf. Die Idee dazu hatte Christine Griebel, EEA-Beauftragte und Energieberaterin bei der Stadt.

„Das Thema betrifft jeden“, erklärt VHS-Leiterin Katrin Nuiro den Hintergedanken. Alle seien sich einig, dass man etwas gegen die fortschreitende Klimaveränderung tun muss. Nur sei es für den Einzelnen schwer, „aus der Komfortzone“ herauszukommen.

Hilfestellung leisten will dabei Frank Philipps. Der studierte Geograf beschäftigt sich seit 15 Jahren mit dem Klimawandel und hat zu diesem Thema schon zwei Kurse geleitet - mit großem Erfolg.

Beim sechsteiligen Kurs gehe es darum, eine „Schneise in den Dschungel an Informationen zum Klimawandel“ zu schlagen, so Philipps. Wichtig sei, den gesellschaftlichen Diskurs mit „echten Fakten“ zu untermauern.

Zu diesem Zweck können die Teilnehmer auch vertiefende Fragen stellen, die hochkarätige Wissenschaftler dann beantworten. Eigens für diese „Expertendialoge“ finden zwei Online-Abende statt, an denen Klimaforscher Rede und Antwort stehen und Tipps zu Energie und Mobilität geben.

Allen müsse bewusst sein, dass die Klimaveränderungen „von Menschen gemacht“ seien und in „ dramatischem Tempo“ voranschreiten, betont Frank Philipps. Die Wissenschaft sei sich einig, dass die Menschen ihr Handeln anpassen müssen, sei es bei der Mobilität, bei der Ernährung oder beim Konsum. Das gehe nicht von heute auf morgen, sondern nur „in kleinen Schritten“. Genau diese wolle der „#klimafit“-Kurs vermitteln. „Wir müssen jetzt die Weichen stellen, wenn wir mit einem blauen Auge davon kommen wollen“, so Philipps.

„Wir müssen die Weichen jetzt stellen“

Die Teilnehmer können sich für die Kursdauer konkrete Aufgaben auswählen (Fleischkonsum, Fahrradfahren) und darüber einen Erfahrungsbericht anfertigen. Es gelte, die „Diskrepanz zwischen Erkenntnis und Tun“ aufzuheben, so der Kursleiter.

Jeder schleppe einen Rucksack mit zehn Tonnen CO2 mit sich herum. „Der Klimawandel ist existenzbedrohend für die Menschheit, wenn wir uns nicht auf die Hinterbeine stellen“, ist Frank Philipps überzeugt.

Mut macht ihm indes die positive Resonanz auf das „#klimafit“-Angebot. Das vom WWF Deutschland und dem Helmholtz-Forschungsverbund Regionale Klimaveränderungen (REKLIM) entwickelte Projekt läuft nach seinen Worten bereits seit drei Jahren und zieht immer weitere Kreise. Mittlerweile findet der Kurs an 35 Standorten in Süd- und Norddeutschland statt, auch in Großstädten wie Hamburg.

An sechs Kursabenden lernen die Teilnehmer unter anderem das Klimamanagement der Stadt kennen. Sie erarbeiten eigene Maßnahmen zum Klimaschutz und erhalten zum Abschluss ein „#klimafit“-Zertifikat, das sie als Multiplikatoren auszeichnet, die ihr Wissen weitergeben. Themen der VHS-Reihe sind unter anderem die „Ursachen des Klimawandels“ sowie „Regionale Folgen des Klimawandels und was kann ich selbst tun?“

Der VHS-Kurs „#klimafit“ (Nummer 1.041) startet am Mittwoch, 19. Februar, von 18 bis 20 Uhr in der Kulturfabrik (Raum 01). Die Teilnehmer sollten ein internetfähiges Endgerät (Smartphone, Tablet oder Laptop) mitbringen. Der Kurs dauert bis 6. Mai und umfasst sechs Abende.

Auskunft und Anmeldung: Tel. 07622/6739-180

Mail: vhs@schopfheim.de

www.vhs-schopfhei.de

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