Schopfheim Fürs Klima: Pflanzen statt Pflaster

Schopfheim - Ein schmaler Streifen zwar – aber gut fürs Auge, fürs Klima und für die Bienen: Im Bifig praktiziert die Stadt eine Politik der kleinen Schritte für den Umweltschutz, die nicht sofort ins Auge fallen.

An den beiden Baumreihen links und rechts am Gewerkanal entlang tauscht sie die Pflastersteine gegen Humusboden aus, auf dem zukünftig Pflanzen gedeihen.

„Die alten Pflaster weisen Verwerfungen aus“, berichtet Remko Brouwer vom Tiefbauamt. Doch anstatt die Steine auszugraben und neu zu verlegen, wolle man „was Schönes draus machen“. Das tue nicht nur dem Kleinklima am Kanal entlang gut, sondern auch dem Wasserhaushalt. Das Regenwasser fließe nicht oberflächlich ab, sondern könne im Boden versickern.

Auf der einen Teilstrecke am Kanal entlang sind die Arbeiten bereits abgeschlossen, jetzt setzt der Bauhof auf der anderen Seite das Projekt fort. Die Stadt wolle damit auch private Grundstückseigentümer „zur Nachahmung animieren“, betont Brouwer.

Durch die zunehmende Versiegelung von Flächen fließe immer mehr Regenwasser in Bäche und Kanalisation. Das sei besonders in Hinblick auf die zunehmenden Starkregenfälle bedenklich. „Wir haben damit jetzt schon Probleme“, betont der Tiefbau-Fachmann und prophezeit, das werde auch in Zukunft im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz ein großes Thema bleiben.

Insofern helfe „jeder Quadratmeter“, der nicht mehr versiegelt sei. Im Bifig sind es immerhin deren 70 auf jeder Seite des Gewerbekanals. Für das Material (Stellkanten, Pflanzen) habe die Stadt 3500 Euro investiert, so Brouwers. Der Humus stamme vom Aushub aus dem Campus.

Die Arbeit erledigt der Bauhof im Rahmen des laufenden Unterhalts, wie dessen Leiter Stefan Wetzel erläutert. Die Mitarbeiter stecken rund 380 Arbeitsstunden in das Projekt.

Das ist eine Menge, hat aber seinen Grund. Denn die Renaturierung erfolgt fast ausschließlich in Handarbeit, um das Wurzelwerk der Lindenbäume zu schonen, wie Michael Waßmer vom Bauhof erläutert – Schaufel und Harke statt Bagger also.

Eine immergrüne Mischbepflanzung aus Stauden und Berberitzen ersetzt die Pflastersteine. „Das ganze Jahr soll’s blühen“, erläutert Michael Reimann von der Stadtgärtnerei. Die Pflanzen seien natürlich auch bienenfreundlich. Auf ähnliche Weise habe man im Bremt und in Enkenstein bereist Rasenflächen umgewandelt.

Remko Brouwers freut’s, dass der Bauhof mit solchen Projekten zeigen kann, was in ihm steckt. „So was selber zu machen, ist nicht selbstverständlich“, betont er.

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