Schopfheim Gebetssaal im amerikanischen Stil

Die vereinigten Chöre sangen für einen guten Zweck. Foto: Willi Vogl Foto: Markgräfler Tagblatt

Von Willi Vogl

Schopfheim. In ein „Konzert der Begegnung“ mündeten die Programmbeiträge des gastgebenden Pop- und Gospelchores „Resonance of Life“ und der musikalischen Gäste aus drei Schopfheimer Schulen. Der Erlös des Benefizkonzerts mit etwa 130 Mitwirkenden kam dem Verein „Interplast Germany“ zugute, der unentgeltlich plastisch-chirurgische Operationen in Entwicklungsländer ausführt, um betroffenen Menschen ein würdiges Leben zu ermöglichen.

Der Chirurg Günter Zabel, Präsident der Schopfheimer Sektion, nahm die Spende entgegen und dürfte sich über die vollen Kirchenbänke gefreut haben. Bereits mit dem ersten, von allen Chören gemeinsam gesungenen Titel „Siyahamba“ aus Afrika kam eine entspannt-fröhliche Stimmung auf. Das Publikum ließ sich dabei gern zum Off-Beat-Klatschen animieren.

Sieben junge Damen des Gesangsensembles „Voices“ der Musikschule Mittleres Wiesental in der Einstudierung von Jacqueline Foster brachten drei blumige Popsongs zu Gehör. Dabei war stiltypisch bereits eine Reihe von ansprechenden Gestaltungsmerkmalen zu erkennen.

Unter der schwungvollen Leitung von Monika Zauter und in identitätsstiftenden blauen Schals trat der Projektchor der Freien Waldorfschule auf. Sein sängerisches Bekenntnis bezog sich sowohl auf beliebte Gospels wie „Everybody loves my baby“, aber auch auf Lieder wie „Dona dona“, bei dem etwa eine Schwalbe als Symbol der Selbstbestimmung besungen wird. Frida Greiner bereicherte durch ein ambitioniertes Solo den jüdischen Song „Haduda’im – The Mandrakes“.

Die drei Trompeter Philipp Grether, Nico Talenta und Lorenz Zauter nutzten in der Verteilung auf drei Emporen die Raumwirkung der Kirche. Klangschön schallte Benjamin Brittens „Fanfare for St. Edmundsburg“ durch das Kirchenschiff.

Das Orchester des Theodor-Heuss-Gymnasiums unter den ordnenden Händen von Clemens Barth setzte mit „In dreams“ aus „Lord of the Rings“ zunächst auf getragene Stimmung. Als stilistischer Kontrast folgte der 2. Satz aus Carl Maria von Webers Klarinettenkonzert in f-Moll.

Mutig stellte sich der im Musikverein Fahrnau ausgebildete Moritz Hallbauer der solistischen Aufgabe. Stephen Schwartz’ „When you believe“ rundete den Programmbeitrag auch kernig artikuliert ab.

Gute Stimmung erzeugte der Pop- und Gospelchores „Resonance of Life“. Routiniert und stiltypisch begleitet wurde er von einer Band mit Dominc Cerrito (Piano), Uli Pfleiderer (Guitar), Hubert Donkel (E-Bass) und Hubert Kretschmer (Drums). Mit konsonatfreudiger Artikulation bewegten hier Gospel wie „Nobody but you“ oder „Motherless child“.

Auch Chorleiter Christoph Bogon war mit zwei coolen und wirkungsvollen Titeln als Komponist vertreten und führte mit animierender wie differenzierter Zeichengebung den Chor zu intensivem wie gut koordiniertem Gesang. Zudem bereicherten Natalie Sonntag, Franziska Rathgeber und Uwe-Michael Bernauer den Gesamtklang mal mit einfühlsamen, mal mit ausdrucksfreudigen Soli.

In Vereinigung aller Ensemble und im Wechsel mit den drei Dirigenten kam es mit „Don’t fear“ und Viva la Vida“ zum tönenden Gemeinschaftserlebnis. In der Aufrüstung mit Orgel in „Amazing grace“ gar mutierte die Kirche gar zum chorsymphonischen Gebetssaal im amerikanischen Stil.

Begeisterter Beifall und eine musikalische Zugabe, die vermutlich die Spendenfreudigkeit der Zuhörer zusätzlich erhöht haben dürfte.

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