Schopfheim Gerd Sutter hinterlässt eine große Lücke

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Gerd Sutter Foto: zVg

Schopfheim-Gersbach (str). Fast 30 Jahre lang begleitete Gerd Sutter das Geschehen im höchstgelegenen Schopfheimer Ortsteil Gersbach für das Markgräfler Tagblatt mit seinen Berichten. Mit seinem umfangreichen ehrenamtlichen Engagement hat er sich um das Dorf verdient gemacht. Vergangene Woche nun ist Gerd Sutter im Alter von 74 Jahren überraschend verstorben.

Selten, dass er einmal bei einer Ortschaftsratssitzung oder einer Generalversammlung fehlte, und auf die korrekte Wiedergabe der Inhalte und Meinungen konnte man sich bei ihm verlassen. Auch im Umland wurden seine Berichte wahrgenommen; einschließlich der aussagekräftigen Fotos zeigten sie auf, wie vielfältig die Gemarkung Gersbach an Sehenswürdigkeiten und landschaftlichen Reizen ist.

Mit seiner Berichterstattung ebenso wie im tatkräftigen Engagement unterstützte er den regionalen Naherholungsverkehr – sein Beitrag zur Stützung der Infrastruktur. Das gilt in besonderer Weise auch für seinen Einsatz für die Gersbacher Chäs-Chuchi, für die er gemeinsam mit seiner Frau mehrmals in der Woche bis ganz zuletzt mit dem Verkaufswagen auf Wochenmärkten der Landkreise Lörrach und Waldshut unterwegs war.

Auch im Vereinsleben war Gerd Sutter von Jugend an aktiv. Jahrzehntelang war er eine Stütze im Tenor des Gersbacher Gesangvereins, dessen Kasse er bis zuletzt akribisch führte. Als aktives Mitglied der damals noch selbständigen Gerbacher Feuerwehr und stellvertretender Kommandant gründete er 1971 weitblickend die Jugendfeuerwehr, übernahm viele Jahre die Aufgabe des Jugendwarts und sicherte der Wehr so auf Jahrzehnte den Nachwuchs. Diese Arbeit mündete schließlich auch in die Gründung der Kreisjugendfeuerwehr.

Als Pennäler läutete er vor dem Kirchgang und zu besonderen Anlässen für die Kirchengemeinde die Glocken, wie im Heft 2 der Gersbacher Chronikhefte zu lesen ist. Er war viele Jahre lang im Kirchengemeinderat tätig und maßgeblich am Umbau des Pfarrhauses und an den Verhandlungen mit dem Oberkirchenrat zum Ankauf des Pfarrhauses beteiligt. Eine Periode lang war er Vorsitzender dieses Gremiums.

Als langjähriges Kuratoriumsmitglied des Jugendheims am Bergkopf begleitete Gerd Sutter das heutige evangelische Freizeithaus und setzte sich engagiert für dessen Erhalt ein.

Wohl auch angesichts seiner vielen sonstigen Verpflichtungen stellte er sich nie für ein politisches Amt zur Verfügung. Bis in die letzten Tage mischte er sich jedoch wortgewandt und wohltuend sachlich und unpolemisch bei gesellschaftlichen und politischen Themen ein. Dabei beließ er es nicht bei Forderungen an andere – wie jüngst, als er den Worten Taten folgen ließ und an der Einhausung des Große-Tanne-Rings vor dem Wald-Glas-Zentrum auf eigene Kosten eine kupferne Regenrinne zum Schutz des Holzwerks anbrachte. Als Mitglied des Heimat- und Geschichtsvereins Gerisbac war er bis zuletzt interessiert an geschichtlichen Recherchen, die er auch weiterhin gewillt war, zu begleiten.

Gerd Sutter hinterlässt in seinem Heimatdorf ganz sicher eine große Lücke, und ebenso in seiner Familie: Er hinterlässt seine Frau, drei Kinder und fünf Enkel.

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