Schopfheim Gesucht: „Leute mit Stehvermögen“

Hannes Schneider und Dagmar Stettner vom Stadtseniorenrat. Foto: Gudrun Gehr

Erstmals seit mehr als 18 Monaten traf sich unter perfektem Hygieneschutz der Stadtseniorenrat in den Räumen der Sozialstation.

Von Gudrun Gehr

Schopfheim . Das Gremium hatte unter Leitung seines Vorstandssprechers Hannes Schneider den Mitgliedern und Interessierten die Möglichkeit eingeräumt, sich per Videoschaltung einzubringen.

Allerdings konnte die Übertragungstechnik den Anforderungen nicht ganz standhalten.  Zugeschaltet waren die  neue Geschäftsstellenleiterin der Diakonie, Sonja Steiger, und CDU-Stadträtin Heidi Malnati. Beide hatten Mühe, den Wortmeldungen zu folgen.

Der Seniorenrat setzt sich aus Bürgern und Vertretern von einheimischen Organisationen zusammen. Bei der Sitzung anwesend waren auch Vertreter der evangelischen Kirche, dem VdK, dem Behindertenbeirat sowie die Seniorenbeauftragte Dagmar Stettner, letztere in Personalunion als Schriftführerin des Seniorenrats. Vom zuständigen Fachbereich der Stadtverwaltung nahm Patrik Bender teil. Vorstandssprecher Hannes Schneider hatte einige Tagesordnungspunkte vorgesehen.

Seniorenwoche

Dagmar Stettner berichtete über die Vorbereitungen der Seniorenwoche vom 11. bis 16. Oktober, diese findet alternativ zum Seniorentag statt.  Der Flyer ist nahezu fertig. Zum bunten – kostenfreien – Programm mit 16 Veranstaltungen zählen unter anderem Sitztanz, gemeinsames Singen und ein Gottesdienst. Ein Bürstenmacher stellt sich vor, eine Alterspsychiaterin informiert über Altersdepressionen. Die Finanzierung erfolgt teilweise aus dem Erlös des Seniorentages 2019. Über Spenden würde sich der Vorstand dennoch freuen.

Dagmar Stettner meinte: „Der Charme dieser dezentralen Veranstaltung ist die Verschiedenheit der Verantwortlichen“. Federführend ist das Diakonische Werk, Schirmherr ist Bürgermeister Dirk Harscher. 

Austausch mit Fraktionen

Hannes Schneider berichtete vom Gespräch des Vorabends, das zwischen  dem Seniorenrat mit  Heinz Hess und Dagmar Stettner sowie CDU-Stadträten stattfand.  Mit diesem Auftakt zur der Gesprächsreihe wollte man ausloten, wie sich die Räte für die Senioren einsetzen können und wollen.

Dagmar Stettner berichtete, dass seitens der Seniorenvertretung die Themen Wohnen, Mobilität mit dem Ein-Euro-Ticket und ein barrierefreier Begegnungsraum im Vordergrund standen. Sie berichtete, dass nach ihrem Eindruck das Thema „Begegnungsraum“ auf das größte Interesse stieß. Heidi Malnati bestätigte, dass ihre Fraktionskollegen die Stadtseniorenarbeit nunmehr in einem anderen Licht sehe. Das Resümee über das Gespräch sei positiv gewesen. 

Mitgliedwerwerbung

Der Seniorenrat umfasst derzeit rund 20 Mitglieder, einige Vertreter sind zwischenzeitlich gesundheitsbedingt ausgeschieden.  Hannes Schneider meinte: „Wir brauchen Leute mit Stehvermögen, die sich nicht gleich entmutigen lassen“. Auch im Vorstand ist nach seinen Worten dringend Verstärkung nötig. Der Seniorenrat will nun gezielt Heimvertreter ansprechen und die  Öffentlichkeitsarbeit verstärken.

Breiten Raum nahm die Diskussion darüber ein, inwieweit sich der Stadtseniorenrat mit dem Behindertenrat zusammentun soll.  Mehrheitlich lehnten die Mitglieder entsprechende Bestrebungen ab. Einer meinte: „Hier sind bei den Interessen die Differenzen zu groß und die Schnittmenge zu klein“. Weiterhin beabsichtigt der Seniorenrat, über den Arbeitskreis Integration Kontakt zu älteren Migranten aufzunehmen. 

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