Schopfheim „Gewerbegebiet zügig umsetzen“

SB-Import-Eidos

Bei der Fortsetzung ihrer Besuche in den Ortsteilen waren die Freien Wähler Schopfheim kürzlich in Gersbach zu Gast, wo Ortsvorsteher Andreas Falk vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten vorstellte.

Schopfheim-Gersbach. In den vergangenen drei Jahren haben es sich die Freien Wähler zur Aufgabe gemacht, noch näher das Ohr an den Anliegen der Ortsteil-Bewohner zu haben. Neben direkten Berichten von Mitgliedern aus den Ortschaftsräten in den öffentlichen Fraktionssitzungen werden seither regelmäßig Besuche in den Ortsteilen absolviert.

Kürzlich begrüßte Ortsvorsteher Andreas Falk vier Gemeinderäte und sechs weitere Freie Wähler in Gersbach. Im Fokus der gemeinsamen Ortsbegehung standen drei Themen, die die Gersbacher Ortsgemeinschaft beschäftigen: die Möglichkeit der Ausweisung eines Gewerbegebietes am Ortsrand, die Gestaltung einer innerörtlichen Ausgleichsfläche und der Erhalt eines Biotops auf der Gemarkung.

Ausschließlich Gersbacher Betriebe

Nach dem Treffen am Informationspavillon stand eingangs die Frage einer geeigneten Fläche für ein kleines Gewerbegebiet im Mittelpunkt. Das ausgewiesene innerörtliche Gewerbegebiet „Auf der Flüh“ sei unpraktikabel. Anlieferungen per Laster würden erschwert, die Entwicklungsmöglichkeiten beschränkt werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Freien Wähler.

Zwei am Ortsrand gelegene Grundstücke in kommunaler Hand böten bessere Bedingungen, die Bewirtschaftungsverträge liefen aus. Die Gebiete am Ortseingang und am Weideschuppen böten jedoch jeweils spezifische Standortvorteile und Herausforderungen. Gehe es nach den lokalen Betrieben, die die gute Auftragslage skizzierten und Erweiterungen planen, solle in Gersbach zügig eine Entscheidung für eine der Flächen gefällt und die Stadtverwaltung dann vom Gemeinderat beauftragt werden, einen entsprechenden Flächennutzungsplan zu erstellen.

Bedenken bestünden nur bezüglich des von der Stadt aufgerufenen Quadratmeterpreises. Im Gewerbegebiet sollen sich ausschließlich Betriebe aus Gersbach ansiedeln, die ohnehin einen Großteil ihrer Aufträge vor Ort erhalten.

Weiter führte Andreas Falk die Gruppe zur Brunnmatt, wo nahe des Rathauses Ausgleichsflächen für die Windkraftanlagen liegen. Das Wegenetz ist über eine Flurneuordnung bereits ertüchtigt. Fraglich sei noch, was auf der Fläche passieren soll. Schon unter Bürgermeister Nitz hatte es zahlreiche Ideen aus dem Ortsteil gegeben. 2020 waren aus der Ortsgemeinschaft Ideen zu einem Dorfparkgelände oder etwa einem Biotop mit Seefläche eingereicht worden. Problematisch sei, dass in Gersbach niemand den derzeitigen Planungsstand kenne. Ein Treffen zu der von Stadtverwaltung und Regierungspräsidium koordinierten Maßnahme oder ein Austausch mit den beauftragten Planungsbüros habe 2022 bisher noch nicht stattgefunden. Ortsvorsteher Falk merkte an, dass eine Einbindung der Menschen vor Ort sinnvoll sei.

Was bei entsprechender Einbindung geleistet werden kann, entdeckten die Freien Wähler am Biotop Dielen- beziehungsweise Entenweiher.

Entstanden als Schulprojekt in den 1980er Jahren, wurde das Biotop unter anderem vom Land Baden-Württemberg 1986 ausgezeichnet. Wissenschaftler und das Biosphärengebiet hätten schon Bereitschaft bekundet, sich an einer Renaturierung des über die Jahre verlandeten Biotops zu beteiligen, so der Tenor. Nur brauche es auch kommunale Mittel. Die Stadtverwaltung sehe das Vorhaben infolge der klammen Kommunalkasse kritisch.

„Förderprogramme nutzen“

Die Freien Wähler zeigten sich von den guten Ideen in Gersbach auf den vorhandenen Entwicklungsflächen begeistert. Bevor es zur öffentlichen Fraktionssitzung ins Rathaus ging, wurde lebhaft über Möglichkeiten der Unterstützung diskutiert. Dabei wurden neben Landesförderprogrammen wie dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum, die den Anteil der notwendigen Eigenmittel reduzieren können, Fragen des weiteren Vorgehens erörtert.

Nach der Entscheidungsfindung in Gersbach hoffe man, einige der vorgestellten Themen – vor allem die Ausweisung des Gewerbegebietes – zügig in den Gemeinderat einbringen zu können, so die Freien Wähler abschließend.

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