Schopfheim „Glasklares Ja zur Gemeinschaftsschule“

Markgräfler Tagblatt, 09.08.2018 22:00 Uhr

Die Friedrich-Ebert-Schule hat wieder eine Rektorin. Nachdem Claudia Brenzinger 2017 den Ruhestand angetreten hat, ist der verantwortungsvolle Posten wieder besetzt: Claudia Droste-Acocella wurde am 25. Juli zur neuen Schulleiterin ernannt.

Von Petra Martin

Fotostrecke 2 Fotos

Schopfheim. „In der Gemeinderatssitzung am 16. Juli gab es ein einstimmiges Votum“, berichtete Fachbereichsleiter Jürgen Sänger gestern bei einem Pressegespräch. Sänger dankte ausdrücklich Günter Fischer, der während der Vakanzzeit eine Doppelfunktion als stellvertretender Schulleiter und kommissarischer Schulleiter ausgefüllt habe.

Obwohl die Bewerbungslage alles andere als gut sei – auch vor dem Hintergrund, dass die Gehälter für Schulleiter kaum als leistungsgerecht empfunden werden – habe man mit Claudia Droste-Acocella einen „Glücksgriff“ getan, betonte Sänger. „Wir sind froh, dass sie bei uns ist.“

Das kann die Stadt auch sein – angesichts der Fülle anstehender Aufgaben. Gemeinschaftsschule, Campusbau, Inklusion, eine wechselnde Schulpolitik – die Zeiten, in denen die neue Rektorin ihr Amt antritt, sind unruhig. Doch die 56-jährige erfahrene Sonderpädagogin bringt für ihren Führungsjob am inklusiven Schulstandort in der Roggenbachstraße, an dem bereits Lehrer der Hebelschule, dem sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ), tätig sind, alle Voraussetzungen mit.

Seit 2013 war Claudia Droste-Acocella als Konrektorin an der Eichendorff-Schule

Inklusion ist ein Entwicklungsprozess

in Rheinfelden aktiv, ebenfalls ein SBBZ, davor als Lehrerin an der Karl-Rolfus-Schule in Herten und an der Sprachheilschule des Landkreises. Die Weiterentwicklung von Unterricht und Schulentwicklung ist das ureigenste Anliegen der neuen Rektorin, die zahlreiche Fort- und Weiterbildungen besucht hat, als Fachberaterin beschäftigt und in einer AG des Staatlichen Schulamts tätig war sowie zuletzt in Bad Wildbad eine Einführungswoche an der „Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen“ absolviert hat.

Wie kann Lernen stattfinden, wie der Umgang mit veränderten Lernkonzepten bewältigt werden? Diesen Fragen muss sich – nicht allein – Claudia Droste-Acocella stellen. „Ich habe den Auftrag, eine Gemeinschaftsschule zu leiten. Aber dazu gehört auch die Inklusion, die Aufgabe, eine heterogene Schülerschaft auf einem gemeinsamen Lernweg zu begleiten“, sagt die Schulleiterin. „Die inklusiven Schüler sind ein Teil davon.“ Die neue Rektorin hofft, dass der Begriff der Inklusion eines Tages nicht mehr gebraucht werden muss, denn es handele sich ja eben schon um eine Gemeinschaftsschule. „Das ist ein Entwicklungsprozess.“

Sich den Anforderungen stellen, die Qualität sichern, die Schulentwicklung weiter verfolgen: Claudia Droste-Acocella arbeitet auf eine gute Akzeptanz der Gemeinschaftsschule hin; der Rückgang der Schülerzahlen seit Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung sage nichts über die Qualität der Schule aus, in der Haupt- und Realschulabschluss absolviert werden können.

„Die Schulpolitik stellt uns vor große Herausforderungen.“ Es gelte, Sicherheit für alle Beteiligten zu schaffen. Die Frage laute, „wie bewerten wir gesellschaftlich die Abschlüsse“. Ihre Aufgabe liege darin, erläutert die Pädagogin, Unsicherheiten zu nehmen.

Unterstützt und erleichtert wird Claudia Droste-Acocellas nicht ganz einfache Arbeit durch den Rückhalt der Stadt. „Es gibt ein glasklares Ja durch den Schulträger zur Gemeinschaftsschule. Die Gemeinschaftsschule ist eine gewollte Schule.“

Claudia Droste Acocella hat schon Einblick in die Campus-Pläne gehabt und bereits das „halbe Kollegium“ der Friedrich-Ebert-Schule kennengelernt. Sie ist beeindruckt vom guten Miteinander an der Schule, an der 36 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten; aktuell sind dort 310 Schüler angemeldet. „An der Friedrich-Ebert-Schule herrscht eine offene, herzliche Willkommenskultur“, freut sich die Rektorin auf den ersten offiziellen Schultag am 10. September.

Claudia Droste-Acocella, Jahrgang 1962, stammt aus Damme am Dümmer See (Niedersachsen). Nach Abitur und freiwilligem sozialen Jahr studierte sie an der Uni in Köln und Dortmund Sonderpädagogik und absolvierte in Kassel ihr Referendariat. Seit 1989 wohnt sie in Lörrach. Claudia Droste-Acocella ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

 
          0