Schopfheim Großer Bagger im Sandkasten

Schopfheim - Sandkasten für große Jungs: Wo bis vor etlichen Monaten noch Buben und Mädchen im Freien tobten, schaukelten und Sandburgen bauten, rollen jetzt die echten Bagger.

Im Kindergarten am Marktplatz fiel dieser Tage der Startschuss für die Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten. Schweres Gerät ist auf dem Spielgelände an der Rückseite des Gebäude im Einsatz. Eine Baufirma reißt Baumwurzeln aus, beseitigt Steine und richtet den Untergrund her für den geplanten Anbau.

Dabei handelt es sich um einen zweigeschossigen Kubus mit Flachdach. Der schafft nicht nur Platz für eine zusätzliche dritte Gruppe, sondern ermöglicht dank einer Rampe und einem Lift auch einen barrierefreien Zugang zum Kindergarten.

Zum Umbau und zur Erweiterung des Gebäudes entschloss sich die Stadt nicht ganz freiwillig. Vielmehr machte das Landratamt die Kindertagesstätte Ende 2019 wegen nicht erfüllter Brandschutzauflagen dicht. Die Stadt musste im Hof der Max-Metzger-Schule ein Container-Provisorium erstellen, in dem die zwei Kindergartengruppen seit Anfang 2020 untergebracht sind (wir berichteten).

Im Zusammenhang mit der unvermeidlichen Sanierung verständigte sich der Gemeinderat auf die große Lösung. Das heißt, die Gelegenheit zu nutzen und den Kindergarten nicht nur zu sanieren, sondern auch zu erweitern um den Neubau eines Sanitärbereichs und einer Liftanlage. Auf Vorschlag der Stadtverwaltung soll im Kindergarten künftig neben den zwei bisherigen Gruppen noch eine Inklusionsgruppe Platz finden.

Das hat indes seinen Preis: Jedenfalls sorgten auch bei diesem Projekt deftige Kostensteigerungen für Bauschmerzen. Statt der ursprünglich geschätzten 1,2 Millionen Euro schlagen jetzt 1,7 Millionen zu Buche – mögliche Kosten für die Entsorgung von Altlasten noch gar nicht mit einkalkuliert. Schließlich kommt der Anbau auf dem ehemaligen Stadtgraben zu stehen, in dem unter Umständen verunreinigtes Material schlummert.

Die Mehrkosten für den Erweiterungsbau relativieren sich allerdings, weil die Stadt dafür (im Unterschied zu einer bloßen Brandschutzsanierung) mit Zuschüssen rechnen kann.

„Wir bekommen tatsächlich 966 000 Euro“, freut sich Marina Milarch vom Gebäudemangement. Das ist imerhin gut die Hälfte der Baukosten. Die Stadt hat nach ihren Worten außerdem eine Aufstockung der Förderung beantragt, weil auch die Außenanlagen neu herzurichten sind.

Mit dem Abschluss der Bauarbeiten rechnet Martina Milarch in gut einem Jahr. „Den Wiedereinzug des Kindergartens peilen wir für Ende der Sommerferien 2022 an“, so die Gebäudemanagerin der Stadt.

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