Schopfheim (os). Nach den Wetterkapriolen mit Eisregen und nasskalten Verhältnissen beim Gugge-Open-Air des Vorjahres gingen die Veranstalter dieses Spektakels für die Freunde schräg- lautstarker Fasnachtsmusik am Samstag neue Wege: Mit einer Indoor-Open Air-Kombination.

Und es war gut so, dass seine Guggemusiker von den Schopfheimer „Namelose“ die schon traditionelle Veranstaltung nicht erneut auf dem Marktplatz und dem Platz bei der Kirche St. Michael, also im Freien durchzogen, sondern erstmals ein Hallen-Event boten, sagte Namelose-Chef Reiner Völz am späten Samstagabend in der Stadthalle.

Die war Schauplatz des zweiten und deutlich längeren Teil des 2014-Gugge-Spektakels in Schopfheim. Aufgebaut hatten die Ausrichter in der Halle eine Art überdimensionalen Boxring, der als Bühne für die Gast-Guggen diente. Allerdings erst ab dem frühen Abend. Der Nachmittags-Teil der Veranstaltung war nämlich doch ein bisschen Open-Air, ein allerdings ziemlich verregnetes. Trotz der Regenschauer allerdings wurde das Auftrittsprogramm draußen durchgezogen. Und die Gugge-Musiker schien das genauso wenig zu stören wie ihre Fans - die hatten sich eben wetterfest angezogen oder drängten sich unter dem Hallenvordach oder unter den Pavillons.

Nach gut vier Stunden Open-Air-Konzert der insgesamt 13 Gast-Gugge wurde das Geschehen des lautstarken und farbenprächtigen Spektakels ins trockene und warme Innere der Stadthalle verlegt. Dort fetzten die Gugge unter dem Motto „Gugge im Ring“ bis deutlich nach Mitternacht vor begeistertem und eng an eng stehenden und mitgehenden Auditorium.

Auch wenn die auf der Setliste stehenden Gast-Gugge zwei Mal auftraten, nämlich drinnen wie auch draußen, kam Langeweile nicht auf. Denn die Guggen spielten fast alle ein unterschiedliches Repertoire, das teilweise beachtliches musikalisches Niveau hatte, und eben nicht nur lautstark war, sondern auch durch Rock- und Popsongs in Gugge-Version zu begeistern wusste.

Das galt für eigentlich alle Formationen, also für die Lokalmatadoren von den Bättelsäck aus Fahrnau wie die Gäste Gugge Duble Bernau, Waieblätzer Dossenbach, Pelz Chapponi Gugga Sevelen/Schweiz, Pfuus Bagge Eichsel, Notehobler Weil am Rhein, Hölledüüfel Degernau, Salpeterer Pressband Rheinfelden/Schweiz, Kannibale Basel/Schweiz, Rhy Pirate Basel/Schweiz, X-Men Group Wehr, Granada Fetza Deizisau, Sonate Schlyffer Basel/Schweiz und Los Crachos Todtnau.

Die „Namelose“ hielten sich mit einem eigenen Auftritt wie in den Vorjahren zurück, beschränkten sich auf die Organisation des Konzerts und der Verköstigung sowohl drinnen in der Stadthalle wie auch in einem „Narrendorf“ auf dem Hallenvorplatz.

Gugge-Chef Völz sagte in einer ersten Bilanz der Indoor-Open-Air-Kombiveranstaltung, dass man erwäge, diese fest zu etablieren, möglicherweise im jährlichen Wechsel mit einem Open-Air auf dem Marktplatz oder aber so wie bei der diesjährigen Premiere.