Schopfheim Scala-Kino: Zukunft steht in den Sternen

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Bürgermeister schließt Engagement in einem Förderverein aus

Schopfheim  -  Die Stadt hält es mit dem Schuster: Sie bleibt bei ihren Leisten – und lässt die Finger von einer Rolle, von der sie laut Bürgermeister nix versteht.

„Den Klotz bind ich mir nicht ans Bein“, bügelte Dirk Harscher im Gemeinderat eine Anfrage von Ernes Barnet ab, der wissen wollte, ob sich die Stadt an einem noch zu gründenden Förderverein für den Erhalt des Scala-Kinos beteiligen würde.

Dessen Zukunft steht nämlich in den Sternen, zum einen, weil der Pachtvertrag für das Gebäude in der Bahnhofstraße ausläuft und weil – zum anderen – die bisherige Betreiberfamilie offen lässt, ob sie die Regie über das Filmtheater auch weiter übernehmen will.

Für das Stadtoberhaupt allerdings ist ein cineastisches Engagement jenseits aller Vorstellungskraft. Das Gebäude gehöre nicht der Stadt, erwiderte er auf Barnets Frage. Möglich sei zudem, dass der Besitzer die Immobilie verkaufe und dann eine ganz andere Nutzung in Frage komme.

Ganz abgesehen davon, dass ein Happy End mit Kino so oder so nicht sehr wahrscheinlich wäre. Berge die Cinema-Landschaft für ein kleines Haus wie das in der Markgrafenstadt doch „enorme Schwierigkeiten“, so Harscher. In Lörrach und Weil gebe es bereits große Filmpaläste, in Steinen sei ebenfalls ein Multiplexkino in Planung. Mit nur einem Saal sei ein Kino heute nicht mehr konkurrenzfähig, selbst nicht nach Umbau und einer Modernisierung, zumal dann hohe Auflagen hinsichtlich Barrierefreiheit und Brandschutz zu beachten wären. In Anbetracht dessen müsse man die „Kirche im Dorf lassen“, so Harscher..

Das Kinogeschäft sei hart. Blockbuster wie James Bond bekomme kein Filmtheater, das den Streifen nur einmal am Tag oder nur über ein Wochenende vorführe. Harscher: „Die Ausleihe kostet richtig Geld“.

Auf der anderen Seite ändere sich das Medienverhalten der Menschen zum Nachteil der Kinos. „Viele bleiben auf dem Sofa und gucken Netflix“, so das Stadtoberhaupt.

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